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Haspa Mittelstandsbarometer Hafen und Logistik 2011: HWWI prognostiziert anhaltendes Wachstum im Hamburger Hafen


  • Fahrrinnenausbau ist kritischer Erfolgsfaktor
  • Jade-Weser-Port erst mittelfristig Konkurrenz
  • Zusätzlicher Wettbewerb durch Nord- und Ostseehäfen
  • Kooperationen der Hafenbehörden werden geprüft 

Hamburg, 27. Mai 2011 – Dank der guten weltwirtschaftlichen Rahmenbedingungen wird der Hamburger Hafen in den kommenden Jahren auf dem Wachstumspfad bleiben. Infrastrukturelle Versäumnisse können allerdings schnell in eine Abwärtsspirale führen. Zu diesem Ergebnis kommt eine aktuelle Analyse, die das Hamburgische WeltWirtschaftsInstitut (HWWI) im Auftrag der Hamburger Sparkasse erstellt hat. Allein die Wirtschaftsdynamik im Fahrtgebiet Asien, das für 60% des Containeraufkommens in Hamburg steht, sorgt für eine steigende Auslastung selbst unter erschwerten Wettbewerbsbedingungen. Positive Faktoren des Hamburger Hafens sind die geografische Lage und der hohe Verflechtungsgrad zwischen Hafen und regionaler Wirtschaft. Trotz dieser guten Ausgangsposition werden die kommenden Jahre darüber entscheiden, ob die Wettbewerbsfähigkeit erhalten werden kann. Neue Hafenstandorte und -kapazitäten im Nord- und Ostseebereich  werden die Wettbewerbssituation in den nächsten Jahren verschärfen und unter Umständen zu Verlagerungen im Transshipment-Verkehr führen.

 

Seewärtiger Handel boomt
Grundsätzlich gute Vorzeichen für Hamburgs Hafenwirtschaft:  Der weltweite Warenhandel wird in den kommenden Jahren weiter zulegen und der seewärtige Containerverkehr wird davon überproportional profitieren. Auf der Europa-Fernost-Route wird sich diese Tendenz am stärksten zeigen. „Weltwirtschaftlich gesehen, hat Hamburg nach wie vor die allerbesten Voraussetzungen“, unterstreicht HWWI-Direktor Thomas Straubhaar. „Wenn keine taktischen Fehler gemacht werden, stehen alle Ampeln auf grün.“ Der Internationale Währungsfonds erwartet, dass Hamburgs wichtigster Handelspartner China bis 2015 einen durchschnittlichen BIP-Zuwachs von 9,6% pro Jahr verzeichnen wird. 

Status als Drehkreuz gefährdet
Zur Diskussion um die Fahrrinnenanpassung bezieht das HWWI eindeutig Stellung. Ohne eine Ausweitung der Skaleneffekte bei Transport und Umschlag wird Hamburg seine Funktion als internationales Drehkreuz für den Containerverkehr künftig nur unter Einschränkungen wahrnehmen. Gerade im Asienverkehr bleibt der Trend zu immer größeren Schiffen ungebrochen. Die zurückliegende Wirtschaftskrise hat diese Entwicklung noch beschleunigt. Die Auswertungen zeigen, dass mittlerweile rund ein Viertel aller Containerschiffe einen Konstruktionstiefgang von über 12,5 m aufweist und im Orderbuch gut 200 Schiffe mit einem Tiefgang von 14,5 m bis 16 m stehen. Bis 2013 wird sich die Zahl der Ultra-Large-Container-Ships verfünffachen. Sie können die Elbe derzeit nur eingeschränkt befahren. „Da die Schiffsgrößen weiter steigen, muss sich Hamburg auch über die Elbvertiefung hinaus überlegen, welche Rolle es in dieser Kategorie langfristig spielen will“, so Straubhaar. 

Konkurrenz droht auch aus eigenen Reihen
Neben den klassischen Konkurrenzhäfen Hamburgs – Rotterdam und Antwerpen – erwachsen derzeit in Danzig und Wilhelmshaven weitere Wettbewerber. Beide Häfen befinden sich zwar noch in der Aufbauphase, mittelfristig tragen sie aber das Potenzial, Hamburg Marktanteile abzunehmen. Neben Zugänglichkeit und Anbindung werden auch Effizienzkriterien über den Standort entscheiden. Hier hat Hamburg als gewachsener Großhafen innerhalb einer Metropolregion mit seinen vielfältigen hafenwirtschaftlichen Dienstleistungen und den direkt anschließenden Wertschöpfungsketten noch Vorsprung. Trotz der sich verschärfenden Wettbewerbssituation innerhalb der so genannten Nordrange mahnt das HWWI, Kooperationsmöglichkeiten sorgfältig auszuloten. Straubhaar: „Der intensive Wettbewerb zwischen den Nordrange-Häfen sichert deren Effizienz und führt zu einer Konkurrenzfähigkeit des gesamten Fahrtgebiets. Dieser Wettbewerb ist sehr wohl mit Kooperationen in bestimmten Bereichen vereinbar. Die andauernde gutachterliche Prüfung von Kooperationsmöglichkeiten zwischen Hamburg und Bremen sind daher für die gesamte Region von Bedeutung.“ 

Metropolregion schafft positives Hafenumfeld
Im Vergleich zu den aufkommenden Wettbewerbern profitiert der Hamburger Hafen vor allem durch das Zusammenspiel der Wirtschaftssegmente innerhalb der Metropolregion. Im Jahr 2008 hing rund jeder achte Arbeitsplatz und rund 15% des Bruttoinlandproduktes in Hamburg vom Hafen ab.  Mehr als ein Viertel der umgeschlagenen Güter hat ihren Bestimmungs- bzw. Ursprungsort innerhalb der Metropolregion. Haspa-Firmenkundenvorstand Frank Brockmann: „Der Hafen ist und bleibt der Fixpunkt für den Wirtschaftsstandort Hamburg. Er wird allerdings getragen von einem breiten Branchenmix und einer dynamischen mittelständischen Wirtschaft. Diese Stärke sollte mit Blick auf den sich verschärfenden Wettbewerb nicht unterschätzt werden.“ 

DasKompetenzcenter Hafen und Logistik der Hamburger Sparkasse
Die Haspa ist traditionell stark mit der Hafen- und Logistikbranche verbunden und hat daher speziell für dieses Wirtschaftscluster ein Kompetenzcenter eingerichtet. Hier finden die Kunden Ansprechpartner für ihre branchenspezifischen Fragestellungen. Die Experten erschließen die komplette Leistungs- und Angebotspalette der Haspa. Als Mitglied der Logistik-Initiative Hamburg setzt sie sich aktiv für die Stärkung Hamburgs als Logistikstandort ein.

Weitere Informationen zum Kompetenzcenter Hafen und Logistik

Das Mittelstandsbarometer Hafen und Logistik 2011 können Sie hier als PDF-Dokument (0,9 MB) herunterladen.

 
 

 

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Haspa-Studie Hafen und Logistik 2011

Studie

Hier finden Sie die vollständige Studie zum Download (PDF 0,9 MB)

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