Pressemeldungen
Haspa-Mittelstandsindex 2010: Hamburger Mittelstand setzt 2010 zum Wachstumssprung an
• 2,4 Prozent Umsatzminus in 2009 im Hamburger Mittelstand
• Ambitioniertes Ziel 2010: 5,4 Prozent mehr Umsatz
• Haspa hat Firmenkundenkredite in 2008 und 2009 um 2 Mrd. Euro ausgeweitet
• Clusterförderung in Hamburg erfolgreich
Hamburg, 6. Januar 2010 – Nach einem Umsatzrückgang von 2,4 Prozent in 2009 hat sich der Hamburger Mittelstand ambitionierte Ziele gesetzt: Der Umsatz soll in diesem Jahr um stattliche 5,4 Prozent zulegen. Industrie und Verarbeitendes Gewerbe sind mit einem erwarteten Umsatzplus von 5,5 Prozent sogar noch etwas euphorischer als Dienstleistungsunternehmen. Das ergibt die jährliche Studie “Mittelstandsindex” der Hamburger Sparkasse, für die in Zusammenarbeit mit Creditreform Hamburg die wirtschaftliche Entwicklung von 2.307 mittelständischen Unternehmen im Stadtgebiet Hamburg untersucht und eine Umfrage unter 200 Entscheidern des regionalen Mittelstands im November 2009 durchgeführt wurden.
Hamburger Mittelstand abermals besser als die bundesdeutsche Wirtschaft
Sollten sich die Umsatzerwartungen des Hamburger Mittelstands für 2010 bewahrheiten, spürt die regionale Wirtschaft deutlich schneller den Aufschwung als im Bund und knüpft an die sehr gute Wachstumsentwicklung vor der Krise wieder an. Die Bundesregierung erwartet in 2010 ein Wachstum von vergleichsweise bescheidenen 1,2 Prozent. Die Wachstumsdynamik wird von den kleinen Unternehmen mit einem Jahresumsatz zwischen 2,5 und 5 Mio. Euro ausgelöst. Sie mussten in 2009 kräftig bluten und verloren 8,4 Prozent ihrer Umsätze. Dieser Rückgang soll in diesem Jahr mit einem ehrgeizigen Plus von 6,4 Prozent wieder nahezu ausgeglichen werden. Dem gegenüber sind große Mittelständler (Jahresumsatz von 25 bis 50 Mio. Euro) eher verhalten in ihrer Prognose: Sie wollen um 1,2 Prozent zulegen, haben aber auch das vergangene Jahr mit einem Umsatzzuwachs von 0,1 Prozent eher unbeschadet überstanden.
Hoher Kreditbedarf im Hamburger Mittelstand 2010
Um das ambitionierte Wachstum finanzieren zu können, ist der Hamburger Mittelstand auf umfangreiche Kredite in 2010 angewiesen. „Die Haspa wird alles daran setzen, dass der avisierte Aufschwung 2010 nicht an fehlenden Kreditmitteln scheitert“, sagt Frank Brockmann, Firmenkundenvorstand der Haspa. In den Jahren 2008 und 2009 hat die Haspa bereits insgesamt mehr als 12 Mrd. Euro an Firmenkrediten vergeben – jährlich über 1 Mrd. mehr als in den Jahren zuvor. „Die Effekte zeigen sich in diesem Jahr“, sagt Brockmann, denn: „Kredite, die heute bewilligt werden, machen sich frühestens ein Jahr später konjunkturell und auf dem Arbeitsmarkt bemerkbar.“ Bis Ende September 2009 stieg der Kreditbestand der Haspa gegenüber Vorjahr um 6 Prozent auf nahezu 24 Mrd. Euro. Obendrein verfügt der Hamburger Mittelstand über eine gute Liquidität. Die bereitgestellten Betriebsmittelkredite werden bei der Haspa – der wichtigsten Firmenkundenbank in Hamburg – im Schnitt nur zu rund einem Drittel in Anspruch genommen. Zusätzliche 1,8 Mrd. Euro sind so kurzfristig noch verfügbar.
Gutes Gespür der Hamburger Politik in der Wirtschaftsförderung
Etwa jedes fünfte mittelständische Unternehmen gehört zu den von der Hansestadt geförderten Wirtschaftsclustern. Schon heute hat die Förderung von Unternehmen aus Hafen & Logistik, IT und Medien, Life Science und Luftfahrt eine hohe Bedeutung für Hamburg. Nanotechnologie und erneuerbare Energien sind Zukunftsbranchen, die sich noch entwickeln. Obwohl die Hafenwirtschaft von der Exportschwäche der deutschen Unternehmen besonders stark gebeutelt wurde, haben sich die vier großen Cluster in der Krise bewährt: Für 2009 erwarteten 28 Prozent der Führungskräfte in diesen Cluster-Unternehmen sinkende Umsätze; in den nicht geförderten Unternehmen mussten hingegen 47,6 Prozent ein Umsatzminus in 2009 hinnehmen.
Im Aufschwung 2010 erwarten 31,9 Prozent der Cluster-Unternehmen steigende Umsätze, während es in den nicht geförderten Branchen 28,6 Prozent der Firmen sind. Von der Cluster-Förderung profitieren vor allem Hamburg-Mitte und Hamburg-Harburg, wo die meisten der geförderten Unternehmen ansässig sind.
Gemisches Zeugnis für Standortfaktoren in Hamburg
Ein gutes Zeugnis stellen die Hamburger Mittelständler der Stadt bei vier kritischen Standortfaktoren aus: die Verkehrsanbindung, das Ausbildungsniveau der Mitarbeiter und der wirtschaftlichen Stabilität im direkten Umfeld. Auch die Stabilität der Hausbankverbindung sorgt für eine hohe Zufriedenheit. „Der Hamburger Mittelstand honoriert damit unsere Rolle als Hausbank Nr. 1 in der Region“, freut sich Brockmann. „Rund 60 Prozent aller Hamburger Betriebe haben eine Bankverbindung zur Haspa.“ Allein in den ersten neun Monaten des Jahres 2009 hat die Haspa nahezu 800 Firmenkunden hinzugewonnen.
Bei den Standortfaktoren besteht hingegen Handlungsbedarf in der Bildung von weiteren Wachstumsclustern. Hier gäbe es eine Reihe weiterer Cluster, die in Betracht kämen. Dies wären beispielsweise die Umwelttechnologie/Erneuerbare Energien, Tourismus/Freizeit oder die Mess-, Steuer- und Regelungstechnik. Darüber hinaus fordert der Hamburger Mittelstand eine aktivere Wirtschaftsförderung sowie eine niedrigere Besteuerung für Unternehmen und Unternehmer. Gut die Hälfte der mittelständischen Betriebe attestiert dem Standort Hamburg dennoch einen positiven Einfluss auf die eigene wirtschaftliche Entwicklung.



