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Digital Health in Hamburg
Virtuelle Arztbesuche, virtuelle Diagnosen, virtuelle Therapien: Drei Beispiele aus der Hansestadt. 

 

Zava: Die digitale Arztpraxis

In einigen Jahren wird ein Drittel aller Arztbesuche online stattfinden – davon ist David Meinertz überzeugt. Gerade bei ländlichem Ärztemangel könnte die Telemedizin zumindest in unkomplizierten Fällen eine echte Alternative sein. Deshalb hat der Hamburger Jurist und Sohn des ehemaligen UKE-Chefkardiologen Thomas Meinertz 2011 die Online-Arztpraxis DrEd gegründet. Heute heißt sie Zava und ihre Ärzte haben laut eigenen Angaben allein 2018 rund eine Million Menschen in Europa behandelt. Die Praxis ist rund um die Uhr erreichbar, Patienten müssen lediglich einen Fragebogen ausfüllen und bei Bedarf Fotos oder Fragen schicken – innerhalb einer Stunde bekommen sie die Antwort und je nach Bedarf ein Rezept. Bei komplexen Fragen verweist Zava jedoch an Fachärzte. Die Praxis expandiert rasant und ist seit 2014 profitabel – und sehr umstritten. Ohne körperliche Untersuchung könnten Patienten leichter tricksen, um an gewünschte Rezepte zu kommen, so die Bundesärztekammer. Bis 2018 war es in Deutschland verboten, Patienten virtuell zu behandeln. Deswegen sitzt die Praxis in Großbritannien. Nun eröffnet Meinertz einen deutschen Standort – wie auch andere Telemedizin-Anbieter, die bereits auf den Markt drängen. 

Sonormed: Digitale Tinnitus-Therapie

Mit Lieblingsmusik gegen das Pfeifen im Ohr – Sonormed hat sich in den letzten Jahren zum Vorzeige-Unternehmen im deutschen Digital-Health-Markt entwickelt. Das Team aus Informatikern, Psychologen und Toningenieuren wurde mehrfach ausgezeichnet, etwa vom Bundesministerium für Wirtschaft, und namhafte Partner wie Sennheiser und die Fraunhofer-Gesellschaft gewonnen. Ihre App Tinnitracks wird von den meisten Krankenkassen anerkannt. Die Therapie funktioniert so: Tinnitus-Geplagte schicken ihre Lieblingslieder an Tinnitracks, diese werden so gefiltert, dass sie perfekt an die jeweilige Tinnitus-Frequenz angepasst sind und die Nervenzellen entlasten. Anderthalb Stunden Musikhören am Tag reduziert das Fiepen im Ohr. Inzwischen gibt es eine App mit einem umfangreichen Übungsprogramm, das chronischen Tinnitus lindern soll. 

Cerascreen: Bluttests für zuhause
Gar nicht erst krank werden, das ist die Vision des Cerascreen-Geschäftsführers Olaf Schneider. Kopfschmerzen, schlechter Schlaf oder Bauchweh – oft sind solche Beschwerden auf Mangelzustände oder unentdeckte Allergien zurückzuführen. Dank Cerascreen kann jeder seine Blutwerte, Cholesterinspiegel oder Unverträglichkeiten überwachen, ohne zum Arzt gehen zu müssen. Über 30 Selbsttests bietet Cerascreen an, zum Beispiel für Vitamin B12, Laktose oder Allergien. Es braucht nur wenig Blut oder Speichel und die Probe wird in einem zertifizierten Labor analysiert. Nach wenigen Tagen sind die Ergebnisse online, samt Therapievorschlägen und Ernährungstipps. Das Unternehmen mit der Zentrale im Feldstraßenbunker ein beispielhaftes Wachstum hingelegt. Besonders beliebt ist der Vitamin-D-Test, was nicht wundert: Einer Robert-Koch-Studie zufolge sind zwischen 15 und 40 Prozent der Deutschen unterversorgt. Eine Weltneuheit ist zudem der Genetic Age Test, der in Kooperation mit dem Fraunhofer-Institut entwickelt wurde, und anhand einer Speichelprobe die Zellalterung bestimmt. 

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