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Neueste Erkenntnisse der Ernährungswissenschaft: Gut essen, langsamer altern

Zugegeben, Anti-Aging ist in erster Linie ein Marketingbegriff. Das Bedürfnis, den Alterungsprozess hinauszuzögern, die Freude daran, mit seinen Enkeln auch Ü60 noch Seilspringen zu können, ist allerdings durchaus bodenständig. Über das, was uns jung und fit hält, gibt es in Zeiten der Genomentschlüsselung und dem Handling ungeahnter Datenmengen immer neue Erkenntnisse und Theorien. Eine der überzeugendsten Studien (http://dx.doi.org/10.1093/ajcn/nqy102) wurde Anfang Juli 2018 von einem Team der Uni Innsbruck veröffentlicht. Die Kernaussage lautet: Wer mit der Nahrung viel Spermidin zu sich nimmt, erhöht die Chancen auf ein langes, gesundes Leben.
Spermidin? Das ist tatsächlich der Stoff, der in hoher Konzentration in der Samenflüssigkeit sowie in anderen Körperzellen vorkommt und auch von bestimmten Darmbakterien produziert wird. Diese Produktion nimmt im Lauf des Lebens jedoch ab. „Dieser Entwicklung kann durch eine Ernährung mit spermidinreichen Lebensmitteln wie Keimgemüse, Erbsen, Vollkornprodukten, Äpfeln, Salat, Pilzen, Nüssen, Kartoffeln oder gereiftem Käse entgegengewirkt werden“, betonen die Innsbrucker Forscher.

Konkret heißt das: Mit zwei Portionen Vollkornbrot, zweimal Salat und einem Apfel auf dem täglichen Speiseplan befindet man sich im oberen Drittel der Spermidineinnahme.

Die lebensverlängernde Wirkung von Spermidin basiert vor allem auf seiner Fähigkeit, Autophagie anzuregen. Bei diesem, auch durch mehrstündiges Fasten ausgelösten Selbstreinigungsprozess der Zelle werden fehlerhafte oder nicht mehr benötigte Zellbestandteile abgebaut und verwertet. Eine Art zelluläres Großreinemachen wird angeregt. Weil die Autophagie im Alter an Effizienz verliert, kommt es zu krankheitsrelevanten Ansammlungen in den Zellen, die wiederum zu Demenz, Diabetes, Tumoren und Atherosklerose führen können. „Die vermehrte Aufnahme von Spermidin signalisiert der Zelle, den Selbstreinigungsprozess zu starten und schützt damit vor Ablagerungen und vorzeitiger Alterung“, sagt Stefan Kiechl, der an der Medizin Uni Innsbruck mit Johann Willeit die Studie leitete.
„Unsere Ergebnisse basieren auf Daten von 829 Probanden. Damit können wir die aus verschiedenen Modellorganismen bereits bekannte Wirkung von Spermidin auf altersbedingte Prozesse bestätigen sowie seine Rolle als unabhängige Einflussgröße auf die Lebensspanne nun auch erstmals beim Menschen untermauern“, erklärt Kiechl.
Der Wissenschaftler und sein Team untersuchten, inwieweit die über die Nahrung aufgenommene Menge an Spermidin mit der Lebensspanne korreliert. Das Ergebnis: ProbandInnen, die viel Spermidin über die Ernährung zuführen, also mindestens 80 Mikromol Spermidin pro Tag, wiesen ein deutlich geringeres Risiko auf, im 20-jährigen Beobachtungszeitraum zu versterben. „Der Überlebensvorteil von spermidinreicher im Vergleich zu spermidinarmer Ernährung beträgt rund fünf Jahre“, betonen die Forscher.
Vollkornbrot, Salat und die bekannte Weisheit „An apple a day keeps the doctor away“: Manchmal wird per Datenanalyse und Hochleistungsforschung beruhigenderweise genau das bestätigt, was uns unsere Eltern schon in Sachen Ernährung mit auf den Weg gegeben haben. 

 
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