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Interview mit Stefan Rose, Edelmetall-Experte der Haspa, über gute Gründe für Gold, steuerliche Privilegien und die Bedeutung von Diversifikation.

„Für die meisten Käufer von Gold geht es um ein Werttransportmittel“

Die Anleger, mit denen Stefan Rose sich befasst, sind solche, die Gold auch wegen des physischen und haptischen Faktors interessant fin-den – da können Gewicht und Form des Barrens entscheidend sein.

Hat die Corona-Krise bei Ihnen zu einer erhöhten Nachfrage geführt?


Absolut, es hat eine deutlich verstärkte Nachfrage nach Gold gegeben, ganz besonders im März 2020. Und nicht nur in Deutschland, sondern in vielen Ländern weltweit kam es zu einem Lockdown, die Menschen sind also weitgehend zuhaus geblieben. Dadurch kam auch die Förderung von Edelmetallen weitgehend zum Erliegen – zu einer gesteigerten Nachfrage kam also eine Verknappung des Angebots. Diese Situation hat dazu geführt, dass wir bei der Haspa zeitweilig sogar eine Obergrenze für die Abgabe setzen mussten: Pro Kunde konnten nur Aufträge von maximal 10.000 Euro angenommen werden.

Während der Corona-Krise kamen Länder wie Südafrika mit der Förderung und Lieferung nicht mehr hinterher – und lehnten Aufträge kurzerhand ab.

 

Gold hat also wieder einmal als Krisen-Barometer funktioniert.

Wie zuletzt auch schon in der Finanzkrise 2008/2009. Damals allerdings hatten wir hier nur mit ungewöhnlich langen Lieferzeiten zu tun, weil Großhändler und Produzenten nicht mit einer so starken Nachfrage gerechnet hatten, diesmal hieß es aus Ländern wie Südafrika: Nichts geht mehr, und wir wissen über-haupt nicht, wann wir mit der Förderung wieder loslegen können – also nehmen wir keine Aufträge an. Übrigens haben wir bei der Hamburger Sparkasse aber schon vor Beginn der Pandemie gesagt, dass wir von steigenden Goldpreisen ausgehen. Ständig steigende Staatsverschuldungen, kontinuierlich ausgeweitete Geldmengen, Niedrig-, Null und Negativzinsniveau – diese und weitere Faktoren hatten wir als Preistreiber für Gold ausgemacht.

 

Aber steigende Preise sind noch nicht zwangsläufig ein Beweis dafür, dass etwas als Anlage Sinn macht. Die Zigarettenpreise sind in den vergangenen Jahren auch gestiegen …

Ein Goldinvestment ist sinnvoll, und zwar ihm Rahmen einer ausgewogenen Asset Allocation, der Streuung des Anlagekapitals über verschiedene Vermögensklassen. Dabei muss es sich nicht unbedingt um physisches Gold handeln, für das ich ja bei der Haspa stehe. Rohstofffonds oder sogenannte Exchange Traded Commodities (ETC) bieten alternative Möglichkeiten, in Gold zu investieren. Worauf letzten Endes die Wahl fällt, hängt von der Ausrichtung des Anlegers ab. Der eine will an der zu erwartenden Goldpreiserhöhung eher über eine klassische Anlageform profitieren, für ihn geht es um eine Vermögensklasse wie Aktien oder Anleihen auch. Andere legen Wert auf den physischen, den haptischen Faktor, das sind die Menschen, mit denen ich persönlich zu tun habe. Unter ihnen gibt es dann diejenigen, die sagen: Ich möchte nicht die großen Einheiten, die Kilobarren, sondern lieber die kleinen Einheiten – die sind zwar teurer, aber ich bin flexibler.

Bar auf die Hand? Da sind die großen Kilobarren unpraktisch – für den Handel nach einem Währungszusammenbruch bietet sich ein Kombibarren aus 100 1-Gramm Einheiten an.

 

Flexibler, wenn es hart auf hart kommt? Gold also nicht nur als Anlage, sondern quasi als Katastrophen-Versicherung?Damit ich notfalls aufs Land fahren und zum Bauern sagen kann: Hier ist ein Goldstück im Tausch für einen Sack Kartoffeln.

Es kommt eben darauf an, auf welche Szenarien ein Goldkäufer vorbereitet sein will. Worauf Ihre Frage ab-zielt, ist ja ein Währungszusammenbruch. Wer tatsächlich solche Extremfälle im Sinn hat, dem können wir etwa die sogenannten Kombibarren empfehlen. Beim 100-Gramm-Kombibarren beispielsweise handelt es sich um eine Tafel, bei der 100 1-Gramm-Einheiten verbunden sind, die man nach Wunsch abbrechen kann. So ein Kombibarren ist zwar teurer als ein normaler 100-Gramm-Barren, aber preiswerter als 100 isolierte Gramm-Einheiten.

 

Was eine Anlage in Gold erfreulich macht, sind ja gewisse steuerliche Vorteile …

So ist es. Das gängige Anlagegold ist in Deutschland seit den 1990er-Jahren von der Mehrwertsteuer befreit. Außerdem ist nach einer Preissteigerung der Gewinn steuerfrei zu vereinnahmen, wenn der An-leger eine Haltefrist von mindestens 12 Monaten eingehalten hat. Gold genießt also gleich ein doppeltes Steuer-Privileg.

 

Das stellt natürlich einen Anreiz für Goldanlagen dar.Allerdings in der Regel nicht den entscheidenden Anreiz. Für die meisten Käufer von Gold geht es vorrangig um ein Werttransportmittel durch die Zeit. Ein immer wieder gern gegebenes Beispiel: Die Toga von vor 2000 Jahren, dann der Gehrock aus dem 18. Jahrhundert und schließlich der Maßanzug von heute – für eine Unze Gold hätten Sie jeweils in etwa Gleichwertiges bekommen. Es geht für die Mehrheit der Goldkäufer um eine Art von Inflationsversicherung. Zur Illustration ein etwas zeitgemäßeres Beispiel, bei dem es ums Auto geht. Das erste Modell aus Großproduktion, der Ford T, kostete zu seiner Zeit den Gegenwert von 14 Unzen Gold. Ebenso wie in etwa ein Ford Mustang, gekauft in den 70er-Jahren. Und auch wenn Sie heute den aktuellen Goldpreis mit 14 multiplizieren, kommen Sie wieder auf eine Summe, für die Sie einen Neuwagen bekommen können, einen gut ausgestatteten Ford Focus zum Beispiel.

Gold eignet sich weniger für stattliche Gewinne als zum Werterhalt. Die Mehrheit der Käufer nutzt es als Inflationsversicherung.

 

Es geht bei einer Goldanlage also weniger um stattliche Gewinne, sondern um Werterhalt. Wobei auch der nicht über alle denkbaren Anlagezeiträume hinweg garantiert ist.

Der Goldpreis ist durchaus volatil, das Investment in Gold hat auch einen gewissen spekulativen Charakter. Und deswegen bin ich auch sicher niemand, der dazu raten würde, das gesamte Anlagekapital auf Gold zu setzen. Auf Diversifikation sollte nicht verzichtet werden, wie hoch der Goldanteil sein kann oder sollte, ist allerdings individuell höchst unterschiedlich. Wer beispielsweise schon gut in Sachwerten unterwegs ist, als Immobilienbesitzer etwa, sollte nicht unbedingt über fünf oder zehn Prozent seines Anlagevermögens in Gold halten.
Zum Halten des Goldes in physischer Form eine ganz schlichte Frage: Wie halte ich es mit der Lagerung?
In der Tat, manche Kunden sagen: Jetzt habe ich Gold gekauft, nun fangen die Probleme an. Wobei sie sicherlich von vielen um diese Art von Problemen beneidet werden. Die sicherste Methode ist zweifellos die Einlagerung in einem Bankschließfach. Die Haspa bietet in den unterschiedlichen Filialen verschiedene Fächer an. Aber natürlich kann man es auch zuhause im Tresor lagern.

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