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Nachhaltiges Investment – wo stehen wir heute?

50 Euro pro ausgestoßene Tonne CO2 – das ist nicht etwa die Forderung versprengter grüner Aktivisten oder der Bundesregierung. Nein, das fordern über 200 deutsche Digitalunternehmer, die sich in der im August 2019 aus der Taufe gehobenen Organisation „Leaders for Climate Action" (www.leadersforclimateaction.com/) zusammengeschlossen haben. Darunter befinden sich Gründer-Größen wie der Investor Alexander Samwer, Seriengründer Felix Haas oder der Zalando-Gründer Rubin Ritter. Allesamt nicht gerade als Verfechter der Selbstlosigkeit bekannt, haben sich die Unternehmer dazu verpflichtet, ihre Firmen klimaneutral zu machen, indem sie beispielsweise zum grünen Strom wechseln, Plastik reduzieren und klimafreundlicher reisen. Die Leaders for Climate Action handeln dabei durchaus mit Kalkül: Sie wollen Deutschland zum globalen Vorreiter in Sachen Klimaschutz machen, zum Digital- und Cleantech-Standort. „Wir brauchen eine Can-Do- und eine Mondlandungs-Projekt-Mentalität. Klimaschutz ist eine Chance für die deutsche Wirtschaft wieder technologischer Vorreiter zu werden, Arbeitsplätze zu schaffen und den Standort Deutschland zu stärken.", postuliert die Organisation online.  Das klingt ein wenig nach der euphorischen Technologiegläubigkeit, wie sie im Silicon Valley gepflegt wird. Die Ingenieure werden das Klimaproblem schon richten – vielleicht gar kein so dummer Gedanke.

Dieses Baby trägt eine Windel der „Honest Company“. 2012 von der Schauspielerin Jessica Alba gegründet, vertreibt das E-Commerce-Unternehmen ethisch korrekte Haushalts- und Pflegeprodukte. 2016 lag die Bewertung bei 1,7 Milliarden US-Dollar, 2019 expandierte die Company auch nach Deutschland.

Warum Bill Gates auf Kernkraft setzt

Bill Gates jedenfalls setzt genau hier an. Er finanziert maßgeblich die Firma TerraPower, die einen Atomreaktor neuer Generation zur Marktreife bringen will. Die neuen schnellen Brüter verwerten den nuklearen Abfall wieder und hinterlassen extrem wenig strahlende Reste. Ein Prototyp sollte in der chinesischen Provinz Fujian gebaut werden. China benötigt dringend eine smarte Elektrizitätsstrategie, die den enormen Bedarf unter Vermeidung eines riesigen CO2-Ausstoßes decken kann. Der 2015 unterzeichnete Deal mit dem Kraftwerksbetreiber China National Nuclear Corporation fiel jedoch dem Handelskrieg zum Opfer, den die Trump-Regierung anzettelte.

Windkraft gilt als klassisch nachhaltige, erneuerbare Energiequelle. Bill Gates baut auf ein vielfaches an Effizienz und auf eine neue Generation von Atomreaktoren.

Gates ging bei seiner Entscheidung für die Kernenergie streng rational vor: Er verglich die durchschnittliche Zahl von Menschen, die weltweit pro Jahr durch Atomkraft zu Tode kommen mit jener, die überhöhtem CO2-Ausstoß zum Opfer fallen. Die Entscheidung pro Atomkraft war für ihn klar – und das Investment in China aussichtsreich und hochprofitabel.

Immer mehr grüne Geschäftsmodelle

Auch wenn die Kernenergie in nachhaltigen Kreisen umstritten bleibt, gibt es laut Gründerfonds immer mehr Jungunternehmer, deren Geschäftsmodelle auf grünen Technologien basieren, zum Beispiel im Bereich Recycling. Dafür gibt es auch einen guten Grund: Wie die Umfrage des Beratungsunternehmens Accenture ergab, kaufen 70 Prozent der deutschen Verbraucher heute mehr nachhaltige Produkte als noch vor fünf Jahren. Rund 50 Prozent sagen, sie würden für solche Produkte mehr bezahlen. Auch im Kapitalmarkt tut sich was. Viele Fonds bieten nachhaltige Produkte an, die Deutsche Börse hat im letzten Jahr eine Übersicht für grüne Anleihen geschaffen. Das klingt nach einer Wende, doch bisher liegt der Anteil nachhaltiger Geldanlagen bei etwa zwei bis drei Prozent. Ist Nachhaltigkeit auf dem Finanzmarkt lediglich eine gehypte Nische – oder stehen wir tatsächlich am Anfang einer grünen Wende?

Und was sagt die Forschung?

Entscheidend dafür ist die Beantwortung der Frage, wieviel Ökologie unsere Wirtschaft verträgt ohne an Erfolg einzubüßen. Prof. Dr. Timo Busch forscht an der Fakultät für Wirtschafts- und Sozialwissenschaften der Universität Hamburg zu Management und Sustainability. Er und sein Team haben in einer Untersuchung mehr als 2.000 akademische Studien analysiert, die die Folgen von unternehmerischer Nachhaltigkeit auf finanzielle Performance untersucht haben. Ergebnis: Nur ein Bruchteil der Studien kommt zu dem Ergebnis, dass Nachhaltigkeit mit finanziellen Einbußen einhergeht. Im Gegenteil, weit über die Hälfte aller akademischen Studien bilanzieren, dass sich Nachhaltigkeit finanziell lohnen kann. Busch plädiert dafür, dass die Wirtschaft eine Vorreiterrolle weg vom „Design for Obsolescence“ hin zu „Kreislaufwirtschaft“ und „Design for Environment“ spielen sollte.

Gemeint ist die Entwicklung weg von kurzlebigen Produkten, die nicht zu reparieren sind hin zu solchen mit langer Nutzungsdauer und Recyclebarkeit. Diese Veränderung des Konsumstils kann nicht ohne das entsprechende Angebot realisiert werden. Und manchmal muss ein Unternehmen mit konsequenter Produktionsumstellung auch einfach mal vorpreschen, so wie es VW in Sachen E-Mobilität gerade vormacht. „Wir stehen vor einem grundlegenden Systemwechsel, bei dem es darauf ankommt, alle Kräfte auf ein Ziel auszurichten“, verkündete Volkswagen-CEO Herbert Diess auf dem Genfer Autosalon im März 2019. Der Salon wird traditionell von der Autoindustrie zum Anlass genommen, die Marschroute der Zukunft zu präsentieren. Volkswagen setze so konsequent wie kein anderer traditioneller Hersteller auf Elektromobilität, betonte Diess in seinem Ausblick. Mehr als 30 Milliarden Euro investiert das Unternehmen in seine E-Offensive. Bis 2025 will der Konzern mehr als 50 neue Elektrofahrzeuge auf den Markt bringen. VW setzt also, wie Bill Gates auch, auf den Vorsprung durch neue technische Lösungen, wenn es um das Pushen der Nachhaltigkeit geht. Das Bewusstsein für die Notwendigkeit zu mehr Nachhaltigkeit muss jedoch laut Busch nicht nur in einzelnen Unternehmen sondern in der gesamten Wirtschaft wachsen. Die Forschung zeige schließlich, dass sich so auch Wettbewerbsvorteile generieren lassen. Investoren können diese Vorteile befeuern – und nutzen.

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