FamilienbandeGanzheitliche Begleitung und Kontinuität sind die gängige Währung, denn die Leistungen im Family Office müssen stets höchsten Ansprüchen genügen. Sascha Goedeken, Direktor Spezialgeschäft und Family Office und sein Stellvertreter Carsten Northoff gewähren uns im Gespräch tiefe Einblicke. Erfahren Sie, wie die Betreuung von ganzen Familien gelingt und warum Nähe und Vertrauen hier entscheidend sind.
Das ganze Interview finden Sie hier als Video oder zum Nachlesen.
Herr Goedeken, Family Office, das klingt nach ziemlich viel Nähe. Wie vielfältig
sind Ihre Aufgaben und für wen ist dieser Service eigentlich gedacht?
SASCHA GOEDEKEN: Der Begriff Family Office steht tatsächlich für Nähe, aber auch für Weitblick. Wir begleiten wohlhabende Familien ganzheitlich über Generationen hinweg. Deshalb sind unsere Aufgaben so vielfältig wie unsere Kunden selbst. Es beginnt bei der klassischen Beratung sowie banken- und länderübergreifendem Vermögenscontrolling, umfasst aber auch Themen wie Nachlassplanung, Immobilienmanagement, philanthropisches Engagement oder die Koordination zur Steuer- und Rechtsberatung. Geeignet ist ein Family Office für wohlhabende Kunden und deren Familien. Dabei erhalten unsere Kunden eine maßgeschneiderte Betreuung, bei der die Familienziele im Fokus stehen.
Herr Northoff, wie lange gibt es das Family Office im Haspa Private Banking schon und wie viele Mandate vertreten Sie?
CARSTEN NORTHOFF: Das Haspa Family Office besteht seit Dezember 2012. Heute vertrauen uns 22 Mandanten, mit einem durchschnittlichen Volumen von 50 Millionen Euro pro Mandat, ihr Vermögen an. Diese langjährige und enge Zusammenarbeit ist für uns Ausdruck gegenseitigen Vertrauens.
Was hebt das Family Office von Ihren sonstigen Beratungsleistungen im Private Banking ab?
SASCHA GOEDEKEN: Unsere Mandanten honorieren uns für eine umfassende banken-, länder- und Assetklassen übergreifende Beratung. Der Mandatsvertrag ermöglicht uns, alle relevanten Informationen für einen vollständigen Überblick über das gesamte Vermögen zu gewinnen. So können wir individuelle Lösungen entwickeln, die weit über klassische Produktangebote im Private Banking hinausgehen, und haben Zugang zu exklusiven Investments, die sonst nur institutionellen Investoren offenstehen.
CARSTEN NORTHOFF: Ein wesentlicher Unterschied liegt auch in der Betreuungsintensität, so liegt die Zahl der Mandate je Berater im Family Office im Schnitt unter zehn. Das schafft Zeit für Nähe und eine individuelle, vorausschauende Begleitung auf Augenhöhe.
Die ganze Familie betreuen – das ist ja ihr Versprechen im Family Office. Wie gelingt ein guter Kontakt zu allen Generationen?
SASCHA GOEDEKEN: Der Türöffner ist in der Regel der Mandatsgeber. Von unseren Mandaten hängt maßgeblich ab, wie intensiv wir die nachfolgenden Generationen einbinden dürfen. Manche Mandanten wünschen sich eine enge Begleitung der Kinder von Anfang an, andere möchten zunächst im Hintergrund bleiben. Wir richten uns danach.
Welche Unterschiede stellen Sie zwischen den Generationen fest? Gibt es da Trends, die Sie festmachen können?
CARSTEN NORTHOFF: Wir erleben deutlich unterschiedliche Schwerpunkte. Während die ältere Generation vor allem Substanz und Kontinuität im Blick hat, sind der jüngeren Generation Themen wie Nachhaltigkeit, Freiheit und das Ausprobieren neuer Wege besonders wichtig. Was alle eint, ist der Wunsch nach Transparenz und Orientierung, aber eben aus ganz unterschiedlichen Blickwinkeln. Unsere Aufgabe ist es, diese Perspektiven zu verbinden und den Dialog zwischen den Generationen zu fördern.
Sich so eingehend mit dem Vermögen und der Geschichte einer Familie zu beschäftigen und das über Jahre – wie verbunden fühlt man sich da?
SASCHA GOEDEKEN: Sehr verbunden. Wenn man über Jahre hinweg tiefe Einblicke in das Leben einer Familie bekommt, entstehen Beziehungen, die weit über das rein Finanzielle hinausgehen. Diese Nähe ist ein großes Privileg, aber auch eine Verpflichtung. Es geht nicht darum, schnelle Lösungen zu liefern, sondern langfristig tragfähige Wege zu finden. In vielen Fällen begleiten wir Generationenwechsel, Stiftungsgründungen oder unternehmerische Entscheidungen. Das erfordert nicht nur Fachwissen, sondern auch Fingerspitzengefühl.
Gibt es Herausforderungen, denen das Family Office im kommenden Jahr gegenübersteht? Welcher Bereich ist derzeit am schwierigsten?
CARSTEN NORTHOFF: Neben der langfristigen, strategischen Beratung rückt derzeit verstärkt auch die kurzfristig, taktische Vermögenssteuerung in den Vordergrund. Getrieben durch die geopolitische Lage, wirtschaftliche Unsicherheiten und sich rasch verändernde Rahmenbedingungen. Strategische Tiefe und taktische Flexibilität gehören heute untrennbar zusammen und sind fester Bestandteil unserer Arbeit im Family Office.
Oft stehen dem Family Office ja besondere Investitionsopportunitäten offen. Welche Verantwortung geht mit der Auswahl solcher Angebote einher und wie wird hier die Seriosität geprüft?
SASCHA GOEDEKEN: Unser Prüfprozess ist klar strukturiert und folgt einem abgestimmten Muster. Dabei werden nicht nur die Investmentideen selbst, sondern auch die dahinterstehenden Emittenten in großer Tiefe analysiert. Entscheidend ist für uns nicht, ob ein Investment besonders exklusiv ist, sondern ob es nachhaltig zur Vermögensstruktur und zu den Zielen unserer Mandanten passt.
Vermittelt das Family Office auch, wenn ein philanthropischer Ansatz verfolgt werden soll?
SASCHA GOEDEKEN: Ja, sehr gerne sogar. Wir freuen uns, in direkter Verantwortung auch das Stiftungsmanagement sowie die Haspa Hamburg Stiftung zu haben. Dadurch können wir bei Bedarf einen direkten Kontakt zu bestehenden Stiftungen und Stiftern herstellen. Ein Beispiel ist die von uns betreute H.O.-Schröder-Stiftung, die wir im Rahmen einer Testamentsvollstreckung gegründet haben. Ihr Zweck ist die Förderung der Hamburger Kunsthalle, ein sehr persönliches Vermächtnis. Auch für bestehende Stiftungsvorstände kann es sinnvoll sein, sich zur Entlastung und Professionalisierung auf die Leistungen des Haspa Family Office zu stützen. Uns ist dabei wichtig, dass jeder philanthropische Weg individuell ist und eine ebenso individuelle Begleitung verdient.
Das klingt, als ob Vielseitigkeit neben der Expertise ein wichtiger Baustein des Family Offices ist. Wie bildet man sich da weiter bzw. wie wählen Sie neue Kolleginnen und Kollegen aus?
CARSTEN NORTHOFF: Das stimmt. Vielseitigkeit ist im Family Office essenziell. Da braucht es nicht nur Tiefe in einem Fachgebiet, sondern vor allem die Fähigkeit, disziplinübergreifend zu denken. Unser Team ist deshalb bewusst interdisziplinär aufgestellt und ausgebildet, von Certified Financial Plannern (CFP) über Estate Planner (CEP) und fallweise ergänzen wir unsere Expertise durch interne oder externe Steuerberater sowie Rechtsanwälte.
SASCHA GOEDEKEN: Bei der Auswahl neuer Kolleginnen und Kollegen achten wir nicht nur auf Fachwissen, sondern vor allem auf Haltung. Wir suchen Menschen, die zuhören können, die Komplexität mögen, und die den Anspruch haben, unsere Mandanten langfristig und mit echter Nähe zu begleiten. Wenn aus anfänglicher Beratung echtes Vertrauen wächst, entsteht eine Tiefe der Zusammenarbeit, die weit über Zahlen und Strategien hinausgeht und das ist für uns die größte Motivation in diesem Beruf.
Gerade das Thema Nachfolgeregelung ist ja einerseits eine logische Notwendigkeit, andererseits aber auch eine sehr emotionale Angelegenheit. Wie kann das Family Office hier unterstützen und vielleicht auch vermitteln?
SASCHA GOEDEKEN: Dank der langfristig aufgebauten Vertrauensverhältnisse und unseres umfassenden Überblicks über alle Vermögensanteile öffnen sich unsere Mandanten bei uns besonders weit. Dabei teilen sie auch sehr persönliche und emotionale Erlebnisse. Unsere Erfahrung aus dem Generationenmanagement sowie der Testamentsvollstreckung hilft uns dabei, den oft sensiblen Prozess der Nachfolgeplanung kompetent zu begleiten. Besonders wichtig ist für uns die Moderation des Vermögensübergangs auf die nächste Generation, damit wirtschaftliche und familiäre Interessen im Einklang bleiben. Jedes Mandat ist anders, jede Familie bringt eigene Ziele und Werte mit.
In diesem Zusammenhang sprechen Sie von einer „Familienstrategie“, die den Zusammenhalt fördert. Wie entwickelt man die?
CARSTEN NORTHOFF: Eine Familienstrategie basiert auf den individuellen Wünschen und Bedürfnissen des Mandanten. Für manche Familien geht dieser Prozess so weit, dass wir gemeinsam mit ihnen eine „Familiensatzung“ entwickeln; ein verbindliches Regelwerk, das über Generationen hinweg das Zusammenspiel und die Werte der Familie klar definiert.
Drehen wir das Thema „Nähe“ einmal um. Woran merken Sie im Family Office, dass Sie gute Arbeit leisten und Ihre Kundinnen und Kunden Ihnen vertrauen?
SASCHA GOEDEKEN: Im Haspa Family Office freuen wir uns über eine sehr treue Mandantschaft, die uns in allen finanziellen wie auch persönlichen Belangen generationenübergreifend ihr Vertrauen schenkt. Dieses Vertrauen ist das Ergebnis einer konstanten Besetzung der Leitung und des Teams. Kontinuität und Nähe schafft hierbei Verlässlichkeit.
Sascha Goedeken (CFP)
Direktor Spezialgeschäft / Family Office
Telefon: 040 3578 - 93022
Mobiltelefon: 0151 1512 1831
Fax: 040 3578 - 97358
E-Mail: sascha.goedeken@haspa.de
![]() | Carsten Northoff Stellvertretender Direktor Spezialgeschäft / Family Office Telefon: 040 3578 - 93255 |
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