Haspa Trendbarometer
Das sind die Wünsche, Pläne und Sorgen der Hamburger beim Wohnen
Hamburg, 15. Juni 2026 – Die meisten Hamburgerinnen und Hamburger sind mit ihrer aktuellen Wohnsituation zufrieden. Gleichzeitig beobachten die Menschen die Entwicklung des Mietniveaus mit großer Sorge und träumen mehrheitlich von Wohneigentum. Drei Viertel wünschen sich eine ruhige Wohngegend im Grünen, mehr Zimmer sowie Terrasse oder Balkon. Energetische Sanierungen sind den Hamburgern wichtig, sie fordern hier aber als Ausgleich auch eine finanzielle Unterstützung durch den Staat. Für das repräsentative Haspa Trendbarometer Wohnen wurden über 500 Hamburger vom Meinungsforschungsinstitut YouGov zu ihren Sorgen, Wünschen und Plänen rund ums Thema Wohnen befragt.
Zufrieden mit Wohnsituation – große Sorgen vor steigenden Wohnkosten
Die große Mehrheit (78%) der Hamburger ist grundsätzlich (sehr) zufrieden mit ihrer aktuellen Wohnsituation. Auch mit dem Wohnumfeld sind fast vier von fünf der Befragten glücklich. Dass die Wohnung zu den eigenen Bedürfnissen passt, bestätigen sogar 87%. Allerdings hält fast jeder zweite Befragte (47%) die eigene Miete für (deutlich) zu hoch, lediglich 44% halten sie für angemessen. Schon heute geben 60% zwischen 30% und 50% ihres Nettoeinkommens für Miete und Nebenkosten aus, 16% sogar mehr als die Hälfte. Und damit deutlich mehr als von Experten empfohlen. Eine Faustregel besagt, dass die Warmmiete nicht mehr als 30-40% des monatlichen Nettoeinkommens betragen sollte, um noch ausreichend Budget für andere Ausgaben sowie für die Altersvorsorge zu haben.
Dass sich die Wohnkosten weiter spürbar erhöhen werden, ist für die Hamburger gesetzt. 86% rechnen mit weiter steigenden Mieten in Hamburg. Jeder Zweite geht sogar von einer starken Erhöhung aus. Da verwundert es nicht, dass die hohen Wohnkosten 93% der Hamburger Sorgen machen – drei Viertel sogar (sehr) große. Sie haben schlichtweg Angst, sich ihre Wohnung in Zukunft nicht mehr leisten zu können.
Bezahlbarer Wohnraum Hamburgs Zukunftsthema Nummer 1
Bezahlbarer Wohnraum ist für die Hamburger daher auch das mit großem Abstand wichtigste Zukunftsthema der Hansestadt. Mit 40% rangiert es deutlich vor innerer Sicherheit (16%), der allgemeinen Wirtschaftsentwicklung (14%) und dem Klimaschutz (10%).
„Die eigene Immobilie ist für viele Hamburgerinnen und Hamburger ein Lebenstraum und wichtiger Baustein der Alterssicherung. Es entlastet den Mietmarkt und beugt Altersarmut vor. Deshalb sollte Wohneigentum für deutlich mehr Menschen realisierbar sein. Gerade für Familien braucht es hier aber Entlastungen, wie einen Freibetrag bei der Grunderwerbsteuer für Ersterwerber von selbst genutzten Immobilien“, fordert Dr. Harald Vogelsang, Vorstandssprecher der Haspa. „Die am 1.1.2026 in Kraft getretene neue Hamburgische Bauordnung, die das Bauen schneller, einfacher und günstiger machen soll, ist ein richtiger und wichtiger Schritt. Denn wir brauchen dringend neuen Schwung im Wohnungsbau. Für uns als Haspa ist die Förderung von Wohnraum eines unserer wichtigsten Ziele. Von der Finanzierung der Wohnungswirtschaft über die Begleitung unserer Kunden beim Erwerb von Wohneigentum bis zu eigenen Projekten wie den Azubi-Apartments.“
Geringe Eigentumsquote in Hamburg
Aktuell gibt es in Hamburg insgesamt gut 1 Mio. Wohnungen mit einer Durchschnittsgröße von rund 76 Quadratmetern. Die je Einwohner zur Verfügung stehende Fläche beträgt im Schnitt rund 39 Quadratmeter. Gut 20% der Wohnimmobilien werden von den Eigentümern selbst bewohnt. Damit weist Hamburg die nach Berlin niedrigste Eigentümerquote auf und liegt deutlich unter dem Bundesschnitt von gut 40%. In der EU liegt die Wohneigentumsquote stabil um die 70%.
Sehnsuchtsort Wohneigentum
Dabei ist die Mehrheit der Hamburger der Auffassung, dass Kaufen auf lange Sicht besser ist als Mieten. Das gilt besonders für die GenZ. Hier wünschen sich 75% Wohneigentum. Zu den wichtigsten Vorteilen zählen für die Befragten, dass sie als wichtiger Baustein der Altersvorsorge dient (65%) sowie ein hohes Maß an Gestaltungsfreiheit bietet (60%). Eine Mehrheit der Hamburger (53%) ist zudem der Ansicht, dass Eigentum langfristig finanziell günstiger ist, als zur Miete zu wohnen. Umgekehrt sehen das gerade einmal 13%.
Unterstützung durch Hausbank gewünscht
Was hält die Hamburger davon ab, Wohneigentum zu erwerben? Jeder Zweite glaubt, sich auf absehbare Zeit die Finanzierung nicht leisten zu können. Für 35% sind zudem die gestiegenen Kosten und die Verfügbarkeit von Handwerkern und Material ein entscheidender Hinderungsgrund. Aber auch das hohe Maß an bürokratischem Aufwand, eine aus ihrer Sicht unzureichende Förderung und ein unpassendes Angebot hält die Hamburger davon ab, Wohneigentum zu erwerben. Von ihrer Hausbank wünschen sich die Interessenten neben attraktiven Kreditkonditionen (43%) vielfältige Unterstützung: von der Fördermittel-Beratung (38%) über Hilfe bei der Immobiliensuche (19%), der Beratung zu energetischer Sanierung (18%) bis hin zur Vermittlung von Handwerkern oder Gutachtern sowie der Ausstellung von Energieausweisen (je 15%).
Hamburger erkennen hohe Bedeutung von energetischer Sanierung
Wenn es darum geht, die Energieeffizienz eines Gebäudes zu steigern, um damit den CO2-Ausstoß und die Energiekosten zu senken, rücken Maßnahmen der energetischen Sanierung in den Fokus. Diese tragen nicht nur wesentlich zum Klimaschutz bei, sondern zugleich auch zum Werterhalt bzw. sogar zur Wertsteigerung einer Immobilie. Doch wie stehen die Hamburger zu entsprechenden baulichen Maßnahmen? Eine große Mehrheit von 75% misst diesem Aspekt eine hohe Bedeutung zu. Und fast jeder Zweite ist bereit, zumindest in dem Umfang mehr Miete zu zahlen, wie gleichzeitig die Nebenkosten durch die energetische Sanierung sinken.
Finanzielle Unterstützung durch den Staat gefordert
70% sehen aber auch den Staat in einer besonderen Verantwortung und fordern die Politik auf, energetische Sanierungen stärker zu fördern. Immerhin bei 36% der Befragten wurde in der aktuellen Wohnung bereits eine solche Maßnahme durchgeführt – bei weiteren 8% liegt hierfür zumindest eine konkrete Planung vor. Am weitesten verbreitet ist dabei eine Photovoltaik-Anlage (26% vorhanden bzw. geplant), vor der Wärmepumpe und der E-Ladestation (jeweils 20%). Allerdings kennt nur jeder Vierte (26%) überhaupt den Energiestatus seiner Wohnung/des Eigenheims. Die Anforderungen an die Energieeffizienz werden bei Kaufentscheidungen immer wichtiger. Die Haspa bietet hier als Unterstützung eine umfassende Beratung und Dienstleistung rund um die energetische Sanierung an. Als erste Bank in Hamburg stellt sie mit dem Haspa Sanierungslotsen über die Bereitstellung der Finanzierung und Fördermittel hinaus auch Energiebedarfsausweise und persönliche Sanierungsfahrpläne aus und koordiniert auf Wunsch sogar die praktische Umsetzung von Modernisierungsvorhaben.
Hamburg-Verbundenheit – Wunsch nach mehr Zimmern, mehr Grün, mehr Ruhe
Wenn es um die Frage geht, wo die Hamburger am liebsten wohnen würden, ist sich eine deutliche Mehrheit (60%) einig: „dort, wo ich aktuell wohne“. Die Hamburger wohnen dabei am liebsten im Grünen. 36% der Befragten bevorzugen das oftmals erschwinglichere Umland, 17% präferieren den Stadtrand. Wenig überraschend ist daher auch das wichtigste Kriterium bei der Wohnlage. Für 75% der Hamburger ist das vor allem „Ruhe“ – fast gleichauf mit guten Einkaufsmöglichkeiten (72%). Besonders wichtig sind ihnen auch Grünflächen und Parks (59%), Sicherheit (56%), eine gute ÖPNV-Anbindung (53%) sowie die Nähe zum Arbeitsplatz (39%). Kultur- und Freizeitangebote sowie Schulen und Kitas sind insgesamt für 23% bzw. 18% mit ausschlaggebend – wer Kinder in entsprechendem Alter hat, gewichtet diesen Punkt allerdings weit höher.
Balkon oder Terrasse wichtigstes Ausstattungsmerkmal
Bei der Ausstattung der neuen Wohnung oder des Hauses ist den Hamburgern das Vorhandensein eines Balkons oder Terrasse besonders wichtig (57%). An Bedeutung gewonnen hat – auch im Zuge von mobilem Arbeiten – die Verfügbarkeit von schnellem Internet (55%). Auf dem Bronzerang: Garage oder Parkplatz. Aber auch ein Garten (45%), Energieeffizienz (44%) und ein Keller (39%) sind wichtige Auswahlkriterien. Dass die Wohnung altersgerecht ist und z.B. über einen Fahrstuhl verfügt oder ebenerdig liegt, hat gleichfalls für 39% besondere Relevanz. Eine moderne Ausstattung wünschen sich 36%, rund jeder Vierte wünscht sich eine Badewanne (28%) und ein separates Arbeitszimmer (23%).
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