„Die Elbtischler“: Mehr Leben ins Gewerbegebiet

„Die Elbtischler“: Mehr Leben ins Gewerbegebiet

Nachhaltig Handeln im Gewerbegebiet: „Die Elbtischler“ stärken in Stellingen sowohl die Biodiversität als auch das Wohlbefinden ihrer Beschäftigten und finden zugleich überzeugende Argumente gegen den Fachkräftemangel.

Entsiegeln für das Klima 

Die Natur braucht nicht viel – nur eine realistische Chance. Diese Möglichkeit geben ihr „Die Elbtischler“ in Stellingen. Sie zeigen, wie auch zwischen Hallen, Straßen und Parkplätzen wertvolle Lebensräume entstehen. Das Betriebsgelände der Elbtischler am Jacobsenweg wird umgestaltet, biodivers grüner und zudem entsiegelt. „Wenn der Boden unversiegelt ist, kann Wasser versickern, an Hitzetagen wird die Umgebung weniger aufgeheizt“, erklärt die Hamburger Klimabehörde. „Zusätzlich sind gesunde Böden als Lebensraum von enormer Bedeutung für die Biodiversität.“ Diese Botschaft beherzigt das Unternehmen: 200 Pflanzenarten werden auf dem Betriebsgelände neu eingepflanzt, vom Weißdorn über Rosen bis hin zu Wildblumen. Frühblüher sind ebenso dabei wie Staudengewächse.

„Wertvolle heimische Gewächse, die bereits auf dem Gelände vorhanden sind, haben wir in das Konzept integriert. Auch die Außenflächen, die unsere 17 Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter in den Pausen nutzen, werden naturnah umgestaltet.“

Boris Breiding, Geschäftsführer von Elbtischler

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Fürs Förder-knowhow: die Haspa
„Ich freue mich schon darauf, wenn hier im kommenden Jahr frisches Grün, bunte Blüten, Vögel und Insekten zu sehen sind“, sagte Katharina Fegebank beim offiziellen Start. Besonders freute sich die Senatorin, dass Projekte für mehr Biodiversität sogar „mitten in einem Hamburger Gewerbegebiet funktionieren“. Es gelingt mithilfe der Loki Schmidt Stiftung, von der das Konzept stammt – und dank der Haspa. Sie ist verantwortlich dafür, dass die Elbtischler durch Fördergelder unterstützt werden. „Wir engagieren uns auch mit Spaten und Schaufel!“, sagt Mieke Lindner, Leiterin der Abteilung Nachhaltigkeit und öffentliche Fördermittel. Denn mit der finanziellen und fachlichen Unterstützung ist es nicht getan: Ein Haspa-Team half zum Auftakt beim Pflanzen, auch mit einer Eberesche als Baumspende.

Was der Natur hilft, fördert auch den Zusammenhalt der Belegschaft. Die meisten Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter der Elbtischler haben ebenfalls beim Pflanzen geholfen. „Das ist ein verbindendes Erlebnis“, sagt Geschäftsführer Breiding. Zwei Tage lang verteilten seine Mitarbeiter*innen auf 220 Quadratmatern ordentlich Sand und Erde und darunter Samen. Zäune wurden umgewidmet zu Rankhilfen, sechs Pflanzkästen auf der Terrasse aufgestellt. „Das ging ratzfatz“, sagt Breiding. 

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KfW-Mittel für mehr Biodiversität
Weniger schnell waren die finanziellen Vorarbeiten, um KfW-Fördermittel zu erhalten. „Dass eine biodiverse Gartengestaltung gefördert werden könnte, auf den Gedanken bin ich anfangs gar nicht gekommen“, erzählt Breiding. Das änderte sich bei einem Treffen der UmweltPartnerschaft Hamburg  – einem Bündnis, bei dem mehr als 1750 Unternehmen freiwillige Leistungen für Klima- und Umweltschutz erbringen. Breiding kam ins Gespräch mit Manfred Braasch von der Hamburger Umweltbehörde. Der erzählte ihm von einem Modul der KfW-Förderprogramme, das genau zum Vorhaben der Elbtischler passt. „Die Konditionen sind attraktiv, denn die KfW gewährt je nach Unternehmensgröße einen Tilgungszuschuss von 40 bis 60 Prozent“, sagt Braasch. „Das heißt: Die Firmen müssen nur rund die Hälfte des Kredits zurückzahlen.“ Auch die Gutachten und Planungen für solche Vorhaben würden über KfW-Mittel gefördert, ergänzt Haspa-Fördermittelexpertin Lindner. 

Nachhaltig tischlern

Das Engagement der Elbtischler für mehr Biodiversität kommt wenig überraschend: „Ich bin ein Öko durch und durch“, sagt Geschäftsführer Breiding über sich. Sein Unternehmen arbeitet bewusst mit gesunden und nachwachsenden Materialien und hat auch in Sachen Energieeffizienz bereits einiges geleistet. So senken LED-Lampen in den drei Arbeitshallen den Stromverbrauch signifikant, ebenso eine neue Druckluftanlage. Die Firmenflotte wird allmählich auf Elektroantrieb umgestellt.

Ebenso nachhaltig verstehen die Elbtischler, die sich auf Schulen und Kita spezialisiert haben, ihr Handwerk. Statt zu lackieren nutzen sie Öl und Wachs. Die Hölzer kommen aus Europa, auch wenn das teurer ist. Regale, Schränke und Garderoben werden möglichst so konstruiert, dass sie später auseinandergenommen werden können, um daraus andere Dinge zu bauen. Eine Folge dieses Engagements: Vom Fachkräftemangel spürt der Betrieb wenig. Auf jeden Ausbildungsplatz kommen 40 bis 60 Bewerbungen. Das engagiert nachhaltige Handeln der Elbtischler spricht sich offenkundig herum. 

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Haben Sie noch Fragen zum Thema? Kein Problem. Wir sind für Sie da.

Mieke Lindner

Leiterin der Haspa-Abteilung Nachhaltigkeit und öffentliche Fördermittel

Telefon: +49 40 3578 - 98646
E-Mail: mieke.lindner@haspa.de

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