Weil das Klima sich ändert
Die Zahl der Stürme steigt. Starkregen wird häufiger. Umgekehrt gibt es längere Phasen ohne jeden Regen. Dürren beschleunigen die Erosion von Böden. Weltweit wachsen Wüstenflächen jährlich um rund 50.000 Quadratkilometer, das ist mehr als die Fläche der Niederlande. Und weil Gletscher und Eisflächen schmelzen, könnte es Pazifikstaaten wie Tuvalu oder Kiribati bald nicht mehr geben: vom steigenden Meerwasserspiegel geschluckt.
Alles weit weg? Auch in Deutschland sind die Folgen des Klimawandels spürbar und sichtbar. Temperaturen über 30° Celsius werden im Sommer mittlerweile als normal wahrgenommen. Auf Feldern bricht die trockene Erde auf: Wassermangel. In den Wäldern sind vier von fünf Bäumen gesundheitlich angeschlagen, auf manchen Hängen stehen nur noch braune Skelette. Und wenn es mal regnet, führt Starkregen vermehrt zu Sturzfluten und Überschwemmungen. Aus Sicht von Unternehmen sind all diese Entwicklungen mehr als unerfreulich: Sie sind geschäftliche Risiken.
Die Gefahren kennen
Das sich ändernde Klima wirkt sich betriebswirtschaftlich aus. Unternehmen müssen sich Fragen stellen: Was ist, wenn die Preise für bestimmte Güter mangels Angebot steigen? Ein ausländischer Lieferant ausfällt? Ein Werksgelände überschwemmt wird? Ein Sturm die Strommasten umwirft? Ein Außenlager abbrennt? Eine Erdrutsch eine Fabrik unter sich begräbt? Um auf solche Eventualitäten vorbereitet zu sein, gibt es die Klimarisikoanalyse. Sie ermöglicht es, mögliche Risiken und ihre finanziellen Auswirkungen einzuschätzen. Und sie hilft dabei, strategische Weichen neu zu stellen, indem etwa Geschäftsmodelle nachjustiert werden oder Lieferketten neu geknüpft werden.
Druck vom Gesetzgeber…
Sollten Unternehmen nicht selbst erkennen, wie sinnvoll eine Klimarisikoanalyse ist, hilft der Gesetzgeber nach. Ein Mittel dazu ist der Emissionshandel: Wer als Unternehmen zu viel Kohlendioxid (CO2) ausstößt, muss als Ausgleich dafür sogenannte CO2-Zertifikate kaufen; damit will die EU die Firmen animieren, klimafreundlicher zu wirtschaften. Da diese Zertifikate von Jahr zu Jahr teurer werden, sollten Unternehmen über die „physischen Risiken“ des Klimawandels hinaus auch „regulatorische Risiken“ beachten.
Damit beide Aspekte gebührend beachtet werden, umfassen die Vorgaben des CSRD (Corporate Sustainability Reporting Directive) für Nachhaltigkeitsberichte für die betroffenen Konzerne auch eine Klimarisikoanalyse. Wer als Unternehmen von Förderprogrammen profitieren will, sollte ebenfalls eine solche Analyse vorlegen. Und wer für seine Firma ein ESG-Rating erstellen lässt, lernt die Klimarisikoanalyse als integralen Bestandteil eines solchen Ratings kennen.
…und von den Banken
Sonst fragt die Bank nach. Sie muss das Risiko von Investitionen einschätzen können. Außerdem müssen Finanzinstitute selbst gesetzliche Vorgaben umsetzen. So dürfen sie beispielsweise Investitionen in Gebäuden und Anlagen nur dann als nachhaltig geplant und gebaut einstufen und finanzieren, wenn zuvor eine Klimarisikoanalyse durchgeführt wurde. „Das hat den Vorteil, schon im Vorfeld mögliche Auswirkungen von Klimagefahren reduzieren zu können“, sagt Mieke Lindner, Leiterin der Haspa-Abteilung Nachhaltigkeit und öffentliche Fördermittel. „Das spart Kosten, die sonst für Reparaturen oder sonstige Beeinträchtigungen anfallen könnten.“
Wie nachhaltig ist Ihr Unternehmen wirklich?
Unternehmen müssen künftig belegen, wie sie vorankommen bei ihrer nachhaltigen Transformation. Der Haspa ESG-Check zeigt Ihnen, inwieweit Ihr Unternehmen die Nachhaltigkeitskriterien E wie Environment (Umwelt), S wie Social (Soziales) und G wie Governance (Unternehmensführung) berücksichtigt.
Wer braucht eine Klimarisikoanalyse?
Unverzichtbar sind Klimarisikoanalysen für alle Branchen, in denen das Klima eine starke Rolle spielt. Das sind beispielsweise Bau und Landwirtschaft, Tourismus und Logistik. Ebenso direkt betroffen von Klimarisiken sind Unternehmen mit komplexen und/oder internationalen Lieferketten. Grundsätzlich sollten sich allerdings alle Firmen kritisch hinterfragen, ob sie Klimarisiken ausgesetzt sind – und wie sie damit umgehen wollen.
In drei Schritten zur Klimarisikoanalyse
Eine Analyse der Klimarisiken orientiert sich sinnvollerweise an den internationalen Standards ISO 14090 (strategischer Rahmen) und ISO 14091 (konkrete Umsetzung).
Was analysieren wir?
Im ersten Schritt klären Unternehmen, was analysiert werden soll – ein Teil des Unternehmens, ein bestimmtes Projekt oder ein Glied der Lieferkette? Dabei wird sowohl der geografische als auch der zeitliche Rahmen (Entwicklungen bis wann?) gesteckt.
Welche Risiken gibt es?
Im nächsten Schritt wird identifiziert, welche Gefährdungen an welchem Standort relevant sind (etwa Dürre oder Wasserknappheit). Damit einher geht die Bewertung, wie gefährlich bestimmte Ereignisse als Folge des sich verändernden Klimas für das Unternehmen sind.
Wie minimieren wir Risiken?
Jedes Unternehmen möchte auf Eventualitäten vorbereitet sein. Unternehmen prüfen, welche Vorkehrungen sie getroffen haben und ob die im Ernstfall ausreichend sind. Entsprechend der selbst gesetzten Prioritäten geht es in die Umsetzung, um flexibler zu werden.
Mit der Analyse starten – jetzt
Wird nach Dringlichkeit, Wirksamkeit und Machbarkeit priorisiert, sorgt eine Klimarisikoanalyse für klare Sicht auf Verwundbarkeiten – und wie sie zu beheben sind. Damit legt die Analyse die Grundlage für ein systematisches Management dieser Klimarisiken.
Beispiele für mögliche Klimarisiken und -chancen
Haben Sie noch Fragen zum Thema? Kein Problem. Wir sind für Sie da.
Mieke Lindner
Leiterin der Haspa-Abteilung Nachhaltigkeit und öffentliche Fördermittel
Telefon: +49 40 3578 - 98646
E-Mail: mieke.lindner@haspa.de
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