„Die Menschen sind völlig verunsichert.“
Claus-Peter Romahn erlebt das jeden Tag, wenn der Geschäftsführer von ERRO Gebäudetechnik mit Immobilieneigentümern und -eigentümerinnen und mit Unternehmenskundinnen und -kunden redet. Die Debatte um das seit Jahresbeginn 2024 geltende Gebäudeenergiegesetz ist noch längst nicht abgeflaut. Klar ist nur: Bald müssen alle Heizungen mit mindestens 65 Prozent Energie aus erneuerbaren Quellen laufen, ab 2045 sind fossile Energieträger wie Öl und Gas komplett verboten. Wie soll das klappen?
Für die meisten Betriebe, Mehrfamilien- und Bürohäuser sieht Claus Peter Romahn im Kern drei Optionen:
Fernwärme
Über Rohrsysteme liefern Kraftwerke die Wärme zum Heizen und für Warmwasser. Die Energie dafür kann ebenso aus fossilen wie aus regenerativen Quellen kommen – letzterem gehört die Zukunft.
Pelletheizung
Bei einer Pelletheizung wird die Energie für Heizung und Warmwasser aus der Verbrennung von Holzpellets gewonnen. Diese Pellets sind zusammengepresste Holzspäne, mitunter auch Sägemehl.
Wärmepumpe
Wärmepumpen nutzen die Umgebungswärme, um Gebäude zu beheizen. Diese Wärme wird entweder aus der Luft oder (seltener) aus der Erde oder sogar aus dem Grundwasser bezogen.
Vielleicht wird es bis 2045, sollten die Technologien rasch genug weiterentwickelt werden, auch Wasserstoffheizungen geben, „aber davon wird nur die energie-intensive Industrie profitieren“, ist sich Gebäudetechniker Claus-Peter Romahn sicher. „Zum Normalfall wird der Wasserstoff nicht werden.“
Das gilt wohl auch für die Pelletheizung, bei der Holzschnitzel verfeuert werden. Die Technik ist bereits ausgereift, allerdings braucht es viel – und verlässlich trockenen – Lagerraum für die Pellets. „Daran scheitert es häufig“, sagt Romahn. Zudem zweifelt der ERRO-Geschäftsführer, inwieweit das Verbrennen von Holz als umweltschonend gesehen werden kann. Noch werden sie im Gebäudeenergiegesetz als „nachhaltig“ eingestuft – das kann sich bis 2045 ändern.
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Fernwärme: Verantwortung an den Versorger übertragen
Wer sich ans Fernwärmenetz anschließen kann, muss sich keine Gedanken mehr darüber machen, wie umweltfreundlich geheizt wird: Diese Verantwortung wird an
den Versorger übertragen. Der muss dafür sorgen, dass 65 Prozent der zum Heizen verwendeten Energie aus regenerativen Quellen bezogen wird. Wie er das macht? Darf den Immobilieneigentümern und Unternehmen egal sein.
Derzeit ist das Rohrsystem des Hamburger Fernwärmenetzes rund 860 Kilometer lang und versorgt mehr als 500.000 Wohnungen und Unternehmen. Demnächst soll beispielsweise auch der Hamburger Flughafen mit Fernwärme versorgt werden. Ein flächendeckendes Netz ist allerdings nicht vorgesehen. „Nicht jedes Grundstück ist für einen Fernwärmeanschluss geeignet“, stellen die Hamburger Energiewerke klar. „Eine Versorgung über unser Fernwärmenetz kann mit erheblichen Baumaßnahmen und entsprechend hohen Aufwänden und Kosten verbunden sein. Aufgrund dieser hohen Investitionskosten ist ein Fernwärmeanschluss für Einfamilienhäuser oder Doppelhaushälften in der Regel nicht geeignet.“
Das heißt im Umkehrschluss: Laut Wärmeplan, den die Hansestadt Hamburg bis Mitte 2026 vorlegen muss, wird das Fernwärmenetz vor allem in dichter bebauten
Stadtteilen wie Eimsbüttel und Ottensen, Harburg und Stellingen ausgebaut. Auch Rothenburgsort und Billbrook sind laut einer vorläufigen Wärmenetzeignungskarte für Fernwärme geeignet. „Wer weiß, dass er innerhalb der nächsten zehn Jahre ans Fernwärmenetz angeschlossen wird, für den besteht kein Handlungsdruck“, sagt Claus-Peter Romahn.
Wärmepumpe: Handlungsdruck für Unternehmen und Immobilieneigentümer
Handlungsdruck besteht hingegen bei allen Unternehmen und Immobilieneigentümern, die nicht ans Fernwärmenetz angeschlossen werden. Wer sich dann die Kosten für Kauf und Einbau einer Wärmepumpe anschaut, der bleibt lieber bei Öl oder Gas. Diese Logik erlebt ERRO-Geschäftsführer Claus-Peter Romahn jeden Tag bei Kundenterminen, und er findet sie komplett nachvollziehbar. Romahn hat allerdings ein Rechenexempel parat, das viele seiner Kundinnen und Kunden zum Nachdenken bringt.
Romahn geht von einem gasbeheizten Mehrfamilienhaus mit elf Mietparteien in Altona aus. Eine neue Gasheizung dafür würde etwa 18.000 Euro kosten, eine Umstellung auf Wärmepumpe (die er platzsparend und lärmmindernd aufs Dach stellen würde) eher 70.000 Euro. Das sind die Investitionskosten, was aber ist mit den laufenden Kosten? Derzeit müssen Immobilieneigentümer für den Ausstoß an Treibhausgasen sogenannte CO2-Zertifikate zum gedeckelten Preis von 65 Euro (pro Tonne freigesetztem CO2) kaufen. Ab 2027 wird der Preis für CO2-Zertifikate nicht mehr gedeckelt und könnte rasch auf mehr als 200 Euro steigen. Damit würden sich die Heizungskosten vervierfachen. Wenn Romahn die Investitions- und Heizungskosten für die neue Gasheizung bis 2040 zusammenrechnet, kommt er auf ungefähr 43.000 Euro.
Welche Kosten kämen im selben Zeitraum auf Eigentümer bei einer Investition in eine Wärmepumpe zu? Da der Einbau staatlich gefördert würde, werden aus 70.000 eher 40.000 Euro. Und die CO2-Kosten liegen bei Null. Damit hätte sich dieInvestition bereits vor dem Jahr 2040 amortisiert. „Wenn ich aufgrund der Wärmepumpe eine höhere Miete verlangen kann, rechnet sich die Investition sogar innerhalb der ersten zehn Jahre“, sagt Claus-Peter Romahn.
Vor der Entscheidung steht die Heizlastberechnung
Gleichwohl rät Gebäudetechnik-Spezialist Romahn davon ab, jetzt überstürzt in Wärmepumpen zu investieren. Er empfiehlt ein Vorgehen in drei Schritten:
Der ganzheitliche Blick
Zuerst müssen Energieberater*innen sich das Gebäude ganzheitlich anschauen und herausfinden, wie dessen Energiebedarf am sinnvollsten reduziert werden kann.
Dämmung plus Heizung
Aus den Erkenntnissen wird ein ganzheitliches Konzept abgeleitet, das auf das Dämmen ebenso viel Wert liegt wie auf Art und Weise der Heizung.
Heizlast berechnen
Erst mit diesem Konzept ist eine Heizlastberechnung mit zwei zentralen Fragen sinnvoll: Was habe ich an Heizbedarf? Habe ich die Heizkörper dafür?
Je besser das Gebäude gedämmt ist, desto geringer ist der Heizbedarf. Sonst kann es nach dem Wechsel auf die Wärmepumpe passieren, dass in dem einen oder anderen Zimmer ein zusätzlicher Heizkörper angebracht werden muss. „Oder man setzt auf eine Hybridlösung“, sagt Claus-Peter Romahn: „Wärmepumpe – ergänzt durch Gas.“
Werden alternative Heizungsanlagen gefördert?
Für welche Lösungen sich Unternehmen oder Immobilieneigentümer auch entscheiden: Wird investiert, um Energie effizienter einzusetzen, gibt es Fördermittel. Meist ergänzen Energieberater*innen ihre Aufstellung sinnvoller Maßnahmen mit einer Priorisierung – und einem ungefähren Preisschild. Beides liefert die Basis für weitere Entscheidungen.
Kombinieren, finanzieren, profitieren: Wir begleiten Sie!
Der nächste Weg sollte Unternehmer*innen und Immobilieneigentümer*innen daher zu ihrer Bank führen. Wenn es darum geht, die Finanzierung zu stemmen, planen die Finanzberater der Haspa immer auch öffentliche Fördermittel ein. Das gilt für die Förderprogramme von KfW und BAFA ebenso wie für die Angebote der IFB, der Hamburgischen Investitions- und Förderbank. „Mitunter lassen sich die verschiedenen Förderprogramme sogar miteinander verbinden“, sagt Stefan Gläser. Der Haspa-Fördermittelspezialist empfiehlt, vor jedem Vorhaben die Expertise der Haspa anzuzapfen: „Wir haben den Überblick über die ständig sich verändernden Prozesse – und finden in jedem Fall für unsere Kundinnen und Kunden die bestmögliche Lösung.“
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Der Haspa ZukunftsKompass ESG bietet Ihnen persönliche Beratung auf Ihrem Weg zu einem nachhaltig wirtschaftenden Unternehmen. Gemeinsam mit Ihnen schauen wir auf die Herausforderung für Ihr Unternehmen und erarbeiteten Handlungsfelder, auf denen Sie aktiv werden können. Dazu gehört selbstverständlich das Einsparen und effizientere Nutzen von Energie.
Vorteile und Nachteile alternativer Heizungsanlagen
Womit wollen Sie künftig heizen? Wir listen die Vor- und Nachteile verschiedener Heizsysteme auf: außer Fernwärme, Pelletheizung und Wärmepumpe auch die Solarthermie.
Vorteile
Nachteile
Vorteile
Nachteile
Vorteile
Vorteile
Nachteile
CO2-Ausstoß verschiedener Heizungen
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