Commerzbank-Areal

200 Mio. Euro für Hotel, Büros und Wohnungen

Auf dem Commerzbank-Areal am Neß soll ab Anfang 2017 eine Nutzungsmischung aus Hotel, Büro und Wohnen entwickelt werden.

Die Ausschreibung für das Projekt mit einem Volumen von über 200 Mio. Euro konnte der Hamburger Projektentwickler Procom Invest für sich entscheiden. Diskutiert wird noch über Erhalt oder Abriss des denkmalgeschützten Hochhauses.

"Wir hoffen, mit den baulichen Vorbereitungen Anfang 2017 beginnen zu können", erklärt Dennis Barth, Geschäftsführer von Procom Invest, im Gespräch mit dem Haspa Immobilien Trendletter. Auf dem Areal in der Altstadt, das zur Keimzelle des Hamburger Hafens gehört, plant der Projektentwickler eine Nutzungsmischung mit Hotel, Büros und Wohnungen. "Wir haben ein großes Interesse zahlreicher Hotelbetreiber an diesem Standort."

Hochhaus von 1964 steht unter Denkmalschutz
Procom Invest hatte das Grundstück für gut 70 Mio. Euro von der Commerzbank gekauft. "Das Projektvolumen liegt insgesamt über 200 Mio. Euro", so Barth.

Doch bevor mit der Realisierung des Projektes begonnen werden kann, bleibt zu klären, welche Rolle die beiden Bestandsgebäude bei den Planungen spielen sollen. Das ältere der beiden Gebäude entstand 1874 nach einem Entwurf des Hamburger Rathausarchitekten Martin Haller. Durch zahlreiche Umbauten und Kriegsschäden wurde es jedoch so verändert, dass es nicht unter Denkmalschutz steht.

Anders hingegen das 13geschossige Hochhaus, das 1961 bis 1964 nach einem Entwurf des dänischen Architekten Godber Nissen gebaut wurde. Das 12.000 m² große Hochhaus repräsentiere etwa durch seine Fassadenstruktur beispielhaft den Hochhausbau der sechziger Jahre, so das Denkmalamt. Barth weist allerdings daraufhin, dass es sich nicht mehr um die originale Fassade aus den 1960er Jahre handelt.

Gutachterliches Verfahren läuft
"Unsere Projektidee basiert auf dem Abriss beider Gebäude", erläutert der Projektentwickler, verweist jedoch auf Gespräche, die aktuell mit Politik, Verwaltung und Denkmalamt geführt werden. "Zur Zukunft des Hochhauses läuft ein gutachterliches Verfahren. Es soll klären, welche Konsequenzen die Umnutzung des Gebäudes hätte." Ein Abriss darf nur erfolgen, wenn die Umnutzung unwirtschaftlich ist.
Für Barth, der das 50 Jahre alte Hochhaus bereits im Rahmen der Ausschreibung geprüft hat, sprechen niedrige Decken, der mangelhafte Brandschutz oder die niedrigen Traglasten der Decken gegen eine Umnutzung und für einen Abriss.

Kubatur entsprechend dem Bestand
Sollte eine Entscheidung zum Abriss der beiden Gebäude fallen, ist ein Architekturwettbewerb vorgesehen. "Die Kubatur und Höhe der geplanten Gebäude soll sich am Bestand orientieren", so Barth. Bebauungsoptionen entwickelten für das Ausschreibungsverfahren die Hamburger Architekten von Gerkan, Marg und Partner (gmp) unter der Leitung von Nikolaus Goetze.

Über 40.000 m² BGF könnten an dem Standort entstehen. Am Architekturwettbewerb sollen mindestens 15 Architekturbüros teilnehmen – auch gmp natürlich. Eine Fertigstellung des Ensembles ist nicht vor 2019 zu erwarten.