Hamburger Investmentmarkt

Investoren kaufen großvolumig in Stadtteillagen

Mit vier Transaktionen über 70 Mio. Euro ist der Hamburger Investmentmarkt ins Jahr 2016 gestartet. Insgesamt 900 Mio. Euro wurden im ersten Quartal umgesetzt - 20 % mehr, als im Startquartal 2015.

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Angesichts des knappen Angebots steigt die Risikoneigung mit großen Investitionen auch in Stadtteillagen. Der Umsatz könnte 2016 durchaus dem des vergangenen Jahres entsprechen.

Gegen den Trend in anderen deutschen Metropolen zeigt die Umsatzkurve am Hamburger Investmentmarkt im ersten Quartal nach oben. Grossmann & Berger hat 900 Mio. Euro Umsatz in 36 Transaktionen erfasst. "Die Anleger sind vornehmlich weiterhin auf der Suche nach Core- und Value-add-Objekten in der City", erklärt Axel Steinbrinker, Geschäftsführer von Grossmann & Berger.

Leerstände werden positiv eingepreist
In der City werden inzwischen Leerstände positiv eingepreist, da hier mit Neuvermietungen zu höheren Mieten kalkuliert wird bzw. ein Refurbishment vereinfacht wird. Weil hier das Angebot knapp ist und die Renditen weiter fallen, zeigen sich die Investoren zunehmend risikobereit und schauen sich in den Stadtteilen um. So findet sich unter den Top-5-Deals des ersten Quartals mit dem Commerzbank-Areal nur ein Abschluss in der City.

Für den größten Umsatz sorgte der Verkauf des Telekom Campus für 125 Mio. Euro vom Hamburger Projektentwickler TAS an den französischen Investor Amundi Real Estate. Auch der zweitgrößte Deal – die Zentrale des Jahreszeiten-Verlags wurde von Hannover Leasing an KGAL Investment Management verkauft – illustriert die zunehmende Dynamik außerhalb des CBD. Das Bürogebäude wurde 2006 mit einem Investitionsvolumen von 65 Mio. Euro fertiggestellt und nun für 85 Mio. Euro verkauft.

Der drittgrößte Abschluss war der Kauf des Commerzbank-Areal für 72 Mio. Euro durch Procom Invest. Und für 71 Mio. Euro wurde der Medienpark Kampnagel von Kildare Partners an Schroder Real Estate veräußert.

Dreiviertel des Umsatzes mit Büroimmobilien
Der Anteil von Büroimmobilien am Umsatz liegt bei 73 %, gefolgt von Hotels mit 15 %. So verkaufte B&L etwa das InterCityHotel Dammtor-Messe für 50 Mio. Euro. Zudem kaufte Patrizia Immobilien den Hotel-Kino-Boardinghouse-Komplex im Quartier Kptn (bis März: HC 34) des nördlichen Überseequartiers von DC Developments.
Mit Blick auf das erste Quartal 2015 sanken die Renditen für Einzelhandels- und Büroimmobilien in der Spitze von 4,5 % auf 4 %. Industrie- und Logistikimmobilien verteuerten sich von 6,75 % auf 6 %.

Zwar ging der Anteil internationaler Investoren im ersten Quartal auf 30 % zurück, doch das Interesse ist ungebrochen. Die Verhandlungen für einige großvolumige Immobilien – die gerade für asiatische Investoren interessant sind – laufen. Mit Blick auf die höhere Risikobereitschaft und die steigenden Preise auch abseits der City ist ein Umsatz nahe 4 Mrd. Euro – entsprechend dem des vergangenen Jahres – durchaus möglich.