Zeitreise

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Eine kurze Geschichte des Online-Bankings

Vor 37 Jahren wurden von der Deutschen Bundespost die Grundlagen für das Online-Banking gelegt. Seitdem hat sich einiges verändert.

Am 12. November 1980, einem grauen, nasskalten Mittwoch, geschah in Bonn etwas Revolutionäres. Denn damals startete die noch staatliche Deutsche Bundespost einen ersten Feldversuch für eine neue Technologie – den Bildschirmtext, einem der ersten Vorläufer des Internets, wie wir es heute kennen.

Banking mit BTX

Neben TUI, Otto oder Quelle bot auf der BTX-Seite #300 die damalige Verbraucherbank, die heutige Noris Bank, rund 200 Testkunden aus der Region an, über BTX online Geld zu überweisen.

 

Bei der offiziellen BTX-Einführung 1983 waren dann auch die Sparkassen mit an Bord. Der Service kam bei Kunden so gut an, dass Online-Banking eines der erfolgreichsten BTX-Angebote wurde. Erst 2005, lange nach dem Aus für BTX, wurde die BTX-Schnittstelle endgültig abgeschaltet.

Geld aus dem Automaten

Trotz aller digitalen Überweisungsmöglichkeiten, Karten und Apps für die Bezahlung, bis heute schwören viele Deutsche auf Bargeld, das sie sich am liebsten aus der Maschine ziehen. In einer Allensbach-Umfrage aus dem Jahr 2002 erklärten 72 Prozent der Deutschen den Geldautomaten zur beliebtesten technischen Alltagsneuerung.

Die Sparkassen zählen zu den Vorreitern bei der automatischen Geldauszahlung. Das deutschlandweit erste Gerät der Kreissparkasse Tübingen glich allerdings eher einem Tresor. Wer dort 1968 Geld abheben wollte, benötigte einiges an Ausrüstung. Bewaffnet mit Doppelbartschlüssel, gelochtem Plastikausweis und Auszahlungsbelegen in Form von Lochkarten kamen insgesamt 1.000 Kunden an die gewünschten Scheine. Neuland betrat die Kreissparkasse Köln, die 1978 einen der ersten Automaten in Deutschland installierte, der vernetzt war.

Heute geht ohne das Internet im Bankgeschäft nicht mehr viel. 2017 wickelten weltweit 43 Prozent aller Privatkunden ihre Bankgeschäfte über das Internet ab – Tendenz steigend. Jeder zweite Bankkunde nutzt mittlerweile ausschließlich Onlinedienste für seine Bankgeschäfte.

Sicheres Home-Banking

Der gerade in den Anfangsjahren umständliche Verbindungsprozess hatte einen nicht unwichtigen Nebeneffekt – Online-Banking war damals sehr sicher. Schließlich verteilte die Bundespost spezielle BTX-Terminals mit einem integrierten Modem. Dieses wählte sich über das hoheitlich von der Bundespost betriebene Netz in den Bankcomputer ein. Ein fast manipulationssicheres System. Es wurde kein Fall einer abgefangenen Transaktion bekannt.

Nachdem 1999 der BTX-Dienst eingestellt worden war, gewannen Banking-Zugänge über das Internet an Popularität. Die Haspa bietet Online-Banking bereits seit 1998 an. Eine komfortable und populäre Angelegenheit: Im Jahr 2005 beispielsweise nutzten schon 30 Prozent aller Bankkunden die Service-Angebote über das Internet.