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BREXIT: Erste Auswirkungen

Haspa Markteinschätzung: Trotz Brexit lautet die Devise Ruhe bewahren

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Am 23.6.2016 stimmten die Briten für den Brexit und somit gegen den Verbleib in der EU. Die ökonomischen Auswirkungen sind frappierend. Wie wirkt sich der Brexit auf die Politik, die Konjunktur und die Märkte aus? Wie geht es weiter?

51,9 % der Briten stimmten für den BREXIT

Das Gros der Marktteilnehmer wurde auf dem falschen Fuß erwischt: Nachdem die letzten Umfragen im Vorfeld des britischen EU-Referendums ebenso wie die Quoten der Wettanbieter klar in Richtung eines Verbleibs Großbritanniens in der EU sprachen, wurden nun nach Auszählung aller Stimmen viele eines Besseren belehrt. Großbritannien wird wider Erwarten aus der Europäischen Union austreten. Bei der am 23.06.2016 durchgeführten Volksabstimmung gab es eine Mehrheit von 51,9 % zu 48,1 % für den Austritt aus der EU (Brexit). Der britische Premierminister Cameron wird bis Oktober 2016 zurücktreten.

Erste Auswirkungen

Der Markt zeigte sich am Freitagmorgen entsprechend schockiert: Während Aktienindizes weltweit kräftig korrigierten, werteten „Fluchtwährungen“ wie der US-Dollar, der Schweizer Franken und der japanische Yen spürbar auf. Gold kletterte in US-Dollar gemessen um 6 Prozent, in der europäischen Leitwährung ergab sich ein Zugewinn von etwa 10 Prozent. Zudem flohen viele Investoren in Staatsanleihen. Die Rendite der 10-jährigen Bundesanleihe erreichte bei -0,17 Prozent ein neues Rekordtief. 10-jährige US-Staatsanleihen notieren noch knapp über ihrem bisherigen Tiefstwert.

Am Kapitalmarkt gibt es die befürchteten Verwerfungen:

  • der Deutsche Aktienindex verliert rund 600 Index-punkte bzw. rund 6 %,
  • der britische Financial Times 100 Index verliert rund 300 Punkte bzw. 5 %,
  • die Rendite der 10-jährigen Bundesanleihe profitiert von der „Suche nach Sicherheit“ und ist auf minus 0,05 % gesunken,
  • der Euro ist gegenüber dem US-Dollar um 3 % auf 1,11 USD gesunken,
  • das Britische Pfund verliert rund 5 % gegenüber dem Euro und 7 % gegenüber dem US-Dollar.

In diesem von hoher Unsicherheit geprägten Marktumfeld büßte auch der Hamburger Regionalindex HASPAX gegenüber der Vorwoche mit einem Minus von 2,6 Prozent merklich ein. Entgegen der Markttendenz generierten die Anteilscheine des Hamburger Modeschmuckherstellers Bijou Brigitte, des Immobilienunternehmens Alstria sowie Nordex-Titel mit einem Wochenplus von drei Prozent überproportionale Kursaufschläge.

Wie geht es weiter?

Politik:

Die politischen Beziehungen zwischen der EU und Großbritannien (GB) dürften neu ausgelotet werden. Die „europäische Idee“ hat mit dem Exit der Briten an Strahlkraft eingebüßt und dürfte den Euro-Skeptikern auf dem Kontinent Auftrieb verleihen. In Großbritannien dürften nach der Regierungsumbildung die Scheidungsverhandlungen mit der „Rest-EU“ beginnen. Sie dürften mehrere Jahre dauern.

Konjunktur:

Kurzfristig wird es kaum Auswirkungen geben, da die Effekte des Brexit eher mittel- und langfristig angelegt sind. Der Handel zwischen GB und dem Festland dürfte zunächst unverändert weitergehen, später jedoch erschwert werden. Mittelfristig werden die Wachstumsraten in Deutschland und der „Rest-EU“ etwas geringer ausfallen. Man muss sich jedoch keine Sorgen um die deutsche Wirtschaft machen. Die Einbußen im Außen-handel sollten sich in Grenzen halten, da sie zumindest teilweise durch neue Märkte kompensiert werden können. In Großbritannien dagegen dürfte die wachsende Verunsicherung die Investitionsbereitschaft und den privaten Verbrauch dämpfen. Kurzfristig droht dem Vereinigten Königreich das Abgleiten in eine Rezession. Mittel- und längerfristig zeichnen sich in GB spürbare Wachstumsverluste, aber auch Chancen, ab.

Anleihemarkt:

Die Notenbanken dürften ihren expansiven geldpolitischen Kurs fortsetzen, möglicherweise sogar intensivieren. Die Renditen sollten daher noch länger auf einem noch niedrigeren Niveau verharren.

Aktienmärkte:

Unsere Kursziele werden derzeit überprüft. Titel international operierender Unternehmen sowie dividendenstarke Aktien bleiben auf jeden Fall interessant.

Strategie:

Eine breite Diversifikation bleibt unerlässlich. Sie umfasst neben Aktie und Anleihen auch Engagements in Fremdwährungen und Gold. Aktuell sollten Aktienengagements grundsätzlich nicht verändert werden. Für einen Positionsaufbau warten wir eine Marktberuhigung ab.

Aufgrund der ausgeprägten Verunsicherung dürften die erhöhten Marktschwankungen kurzfristig Bestand haben. Mit Blick auf den Aktienmarkt gilt: Ruhe bewahren! Angesichts des Brexit werden wir unsere Kursziele für DAX und Euro Stoxx 50 zwar einer Überprüfung unterziehen. Fest steht aber auch, dass wir im Rahmen der Vermögensallokation aufgrund der Zinswüste nicht auf die Beimischung von internationalen Dividendentiteln verzichten können. Vor diesem Hintergrund halten wir an unseren Beständen fest. Beim Positionsaufbau lassen wir uns von Fakten, nicht von Stimmungen leiten.

 

Die in dieser Unterlage / auf dieser Seite enthaltenen Informationen stellen keine Anlageberatung dar, sondern dienen nur der Unterstützung einer selbstständigen Anlageentscheidung. Alle Angaben sind nicht als Empfehlung der Hamburger Sparkasse AG zu verstehen.

 

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