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Trump vereidigt - was nun?

Markteinschätzung von Bernd Schimmer, Chef-Investment-Stratege

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Der neue US-Präsident hat in seiner Antrittsrede aggressive Töne angeschlagen. „Amerika zuerst“ ist die Leitlinie seiner Politik.

Er wird die Handels-, Einwanderungs- und Außenpolitik aktiv einsetzen, um „Amerika wieder groß zu machen“. Damit zerstörte er die Hoffnungen derer, die bis zuletzt darauf setzten, er werde vom Wahlkampf- in den Präsidialmodus umschalten.

Die Kapitalmärkte zeigten sich in ersten Reaktionen enttäuscht. Sie hatten sich konkrete Erkenntnisse bezüglich der Themenbereiche Steuersenkungen, Deregulierung, Handelsbeschränkungen und Infrastrukturprogramme gewünscht.

Da Trump den Marktteilnehmer diesbezüglich nichts anzubieten hatte, hielten sie sich am Morgen zurück. Aus Sorge um protektionistische Maßnahmen und aufkeimenden Handelskonflikte gaben die Aktienindizes rund um den Globus zunächst deutlich nach.

Auffällig ist die aktuelle Schwäche des US-Dollar gegenüber dem Euro, der auf 1,07 USD gestiegen ist. Sie nährt sich aus der Befürchtung, die US-Notenbank könne den anziehenden Inflationserwartungen nicht genügend Leitzinserhöhungen entgegenstellen.

Fazit:

So lange keine Details zu den Wirtschaftsplänen der neuen US-Regierung vorliegen, dürften die Lethargie und die engen Handelsspannen bei Aktien anhalten. Wir gehen weiterhin davon aus, dass unser im Rahmen des Kapitalmarktausblicks 2017 skizziertes Reflationierungsszenario grundsätzlich intakt ist. Wir unterstellen dabei, dass die breite Einführung von Strafzöllen und im Ergebnis ein Handelskrieg vermieden werden können. Die Hoffnungen der Börsianer basieren nach wie vor auf Deregulierungen, Steuersenkungen und zusätzlichen Infrastrukturmaßnahmen.

Die Chancen, dass die weltweite Wirtschaftsleistung im Jahr 2017 „einen Gang hochschalten“ wird, haben sich aus unserer Sicht eher verbessert. Daraus abgeleitet sollte die unmittelbar vor der Tür stehende Unternehmensberichtssaison auf dem Alten Kontinent einen positiven Grundton vermitteln. Die ersten Veröffentlichungen aus den USA liefern zumindest eine günstige Indikation, denn bisher haben rund drei Viertel der Gesellschaften die Markterwartungen übertroffen. Das heißt, nach einer temporären Orientierungsphase rund um die Einführung der neuen US-Administration in Verbindung mit etwas mehr positiver Klarheit dürften die Aktienmärkte ihre Aufwärtsbewegung fortsetzen. Der DAX könnte in diesem Marktumfeld bis an seinen historischen Höchststand von knapp 12.400 Punkten heranlaufen.


Hamburger Sparkasse
Private Banking – Kapitalmarktstrategie -
23.01.2017