500-Euro-Schein

Jochen Intelmann, Chefvolkswirt der Haspa

500 Euro

Nur ganz wenige werden den 500-Euro-Schein vermissen, denn die wenigsten haben ihn in ihrem Portemonnaie oder in ihren Händen gehabt. Viele befürchten jedoch, dass dies der Anfang vom Ende des Bargeldes sein könnte: Erst wird der 500-Euro-Schein abgeschafft, und dann folgen die anderen Scheine nach und nach. Als Wertaufbewahrungsmittel könnte der 500-Euro-Schein noch eine gewisse Bedeutung bekommen: Falls wider Erwarten negative Einlagezinsen eingeführt werden sollten, könnten die Bürger ihre Konten abräumen und das Bargeld - vorzugsweise in großen Scheinen - in Schließfächern oder anderen Plätzen bunkern, um Zinszahlungen zu umgehen. Es gibt aber auch Argumente für die Abschaffung des 500-Euro-Scheins: So werden kriminelle Handlungen, die mit einem großen Bargeldeinsatz verbunden sind, erschwert (Handel mit Drogen, Waffen und gestohlenen Gegenständen wie Autos). Volkswirtschaftlich relevant könnte die Eingrenzung von Schwarzarbeit sein. Sie wird für Deutschland in diesem Jahr auf rund 336 Mrd. EUR bzw. 11 % des BIP geschätzt.