Ein Engel auf dem Kiez

Katja Mack arbeitet bei der Haspa an Deutschlands sündigster Meile.

Dafür stehe ich - Katja Mack

St. Pauli – das wohl berühmteste und berüchtigtste Viertel der Welt. Prostitution, Partymeile, Peterwagen. Gegenüber der berühmten Davidwache am Spielbudenplatz liegt eine weitere Hamburger Institution, die sogar noch ein halbes Jahrhundert älter ist und bis heute in gleicher Funktion und am gleichen Ort besteht. Adresse: Reeperbahn 70, die Filiale der Hamburger Sparkasse. Als sie am 26. Mai 1838 eröffnet wurde, lag St. Pauli noch außerhalb der Hamburger Stadtmauern. Heute liegt sie mitten drin im Kiez. „An keinem Ort der Stadt kommt unsere Philosophie des ‚menschlichen Bankings‘ besser zum Tragen als hier“, sagt Katja Mack (34), stellvertretende Filialleiterin. „Ich liebe es, genau hier, in der wohl buntesten Filiale der Haspa zu arbeiten.“

 Am Abend versorgen sich die Vergnügungshungrigen an den Geldautomaten der Haspa Filiale mit dem nötigen Bargeld, am Morgen bringen es die Wirte und Schausteller zurück. An der Kasse stehen aus Zeitung und Fernsehen bekannte Gesichter neben Dönerverkäufern, Handwerkern, Prostituierten und Rentnern. Dazwischen Menschen, denen man das offizielle Geschlecht nicht immer ansehen kann. „Wenn jemand in Frauenkleidung und mit passender Figur hereinkommt, sage ich selbstverständlich ‚Guten Tag, Frau Soundso‘, auch wenn im Ausweis steht, dass es ein Mann ist: Was man sein will, kann man hier sein“, sagt Katja Mack. Das gehöre zum Umgang dazu, schließlich gehöre die Haspa zum Viertel. „Gerade diesen Kontrast zwischen dem oft konservativen Image einer Bank und diesem vielseitigen Stadtteil finde ich extrem reizvoll“, betont sie. Man kennt sich auf dem Kiez: „Wir sind die von der Haspa. Wir werden respektiert.“ Die Kunden hätten „einen anderen Schnack und eine besondere Art“. Sie gehe aufrichtig und ehrlich mit den Leuten um, das komme gut an. „Bei uns muss man sich nicht verstellen“, sagt sie und lacht bei der Frage nach Anekdoten: „Verrückte Vorfälle gibt es wohl jeden Tag. An meinem ersten Arbeitstag in dieser Filiale kam eine als Engel gekleidete Frau herein und wollte ein Girokonto eröffnen.“

Genau diesen Spagat zwischen ungewöhnlichen Typen und klassischem Bankgeschäft findet Katja Mack reizvoll und herausfordernd: „Die Kunden anzuregen, mal über die eigene Finanzplanung nachzudenken, ist wichtig. Hier stehen gerade beim aktuellen Niedrigzins die Konsumwünsche im Vordergrund. Ich zeige, dass ein guter Mix zwischen Geldausgeben und Sparen funktioniert.“ So etwas gehe nicht kurzfristig, sondern es müsse sich erst Vertrauen aufbauen. „Ich muss häufig erklären, dass ein Handschlag als Vertragsgrundlage nicht reicht. Der Gesetzgeber verlangt nun einmal Formulare, Ausweis, Unterschrift, Papierkram.“ Die stellvertretende Filialleiterin macht ihren Kunden deutlich, dass Wünsche keine Träume bleiben müssen. Wichtig seien ein klares Ziel vor Augen und konsequentes Handeln, zum Beispiel regelmäßig Geld zurücklegen – für den „Notgroschen“ und um langfristige Wünsche zu realisieren. „Da ist auch bei den aktuellen Zinsen sehr viel möglich“, versichert die Haspa Mitarbeiterin. So habe sie kürzlich gerade wieder eine Kundin, die eine Wohnung wollte, ins eigene Haus gebracht. „Es ist ein wunderbares Gefühl, wenn man Menschen dabei unterstützen kann, dass sie ihre Ziele erreichen. Und daran arbeiten wir jeden Tag“, sagt Katja Mack.

Dafür steht Markus Buschka - Vorstand der Haspa Hamburg Stiftung 
Dafür steht Angelika Marx - ehrenamtliche Rettungssanitäterin bei der Johanniter Unfallhilfe