Helfen ist ihr liebstes Hobby

Haspa-Mitarbeiterin Angelika Marx - ehrenamtliche Rettungssanitäterin

Dafür stehe ich - Katja Mack

Bei Angelika Marx piept es – manchmal. Dann verlässt die Spezialistin für Firmenkredite spontan ihren Arbeitsplatz bei der Hamburger Sparkasse und fährt zum ehrenamtlichen Einsatz für die Johanniter-Unfall-Hilfe. Der "Pieper" ist ihr ständiger Begleiter. Sie sei aber öfter im Einsatz als er losgehe, berichtet Marx. Denn auch bei Veranstaltungen – von Konzerten über Seniorennachmittage bis zum Hafengeburtstag – ist die ausgebildete Rettungssanitäterin im Einsatz. Das alles ehrenamtlich. "Ich helfe gern, das ist mein liebstes Hobby", sagt die 37-Jährige lächelnd.
Wie ist sie dazu gekommen? "Vor vielen Jahren hatte sich ein Kollege verletzt und ich hatte mich um ihn gekümmert. Eine Kollegin fragte mich, ob ich nicht Ersthelferin werden möchte." Sie absolvierte eine Sanitäter-Ausbildung. "Es war schön, dass ich die hatte, aber ich konnte sie gar nicht nutzen, weil während der Arbeit nichts passierte. Ich wollte die Ausbildung nicht umsonst gemacht haben und fragte bei Hilfsorganisationen nach." So kam Marx zu den Johannitern. Dort absolvierte sie zusätzlich eine Weiterbildung zur Rettungssanitäterin. Jeweils 160 Stunden Theorie, auf dem Rettungswagen und im Krankenhaus – neben dem Job und ehrenamtlich.

Beruf: Helfen

Hat sie nie daran gedacht, ihr Hobby zum Beruf zu machen? Sie winkt ab: "Nein, ich habe Spaß an meinem Beruf." Seit 2009 arbeitet sie bei der Haspa. Sie schreibt, genehmigt, prüft und überwacht Kreditanträge von Firmenkunden. "Ich trage dazu bei, dass es eine gesunde Finanzierung gibt. Eine Firma soll investieren und expandieren können, sich aber auch nicht verheben. Ein Kredit muss genug Luft zum Atmen lassen – das gilt für Firmen wie für Privatpersonen", betont sie. "Manchmal muss ich deshalb eine ‚Spaßbremse‘ sein und einen Kreditwunsch ablehnen. Das tue ich, weil ich dem Kunden helfen will, denn er würde sich übernehmen. Daran kann er kein Interesse haben – und wir als Bank natürlich auch nicht."
Die gebürtige Hamburgerin steht für hanseatische Tugenden: Verlässlichkeit, Vertrauen, Verantwortung … "Für mich gilt ein gegebenes Wort. Da müssen dann auch Taten folgen", sagt sie. Schon als Kind sei sie sehr aufmerksam und sozial verantwortlich gewesen. Und warum kein Medizinstudium? "Mathe und Zahlen – das war schon immer meins. Ich habe früher in meiner Kinderpost mit leuchtenden Augen Überweisungen ausgefüllt und gestempelt", erinnert sich Marx lachend. Deshalb machte sie eine Bankausbildung, bildete sich im Abendstudium zur Bankfachwirtin weiter.

Viele positive Erlebnisse

"Das Ehrenamt bei den Johannitern ist ein schönes Miteinander. Dafür setze ich im Jahr rund 200 Stunden ein. Es gab auch schon Jahre, zum Beispiel beim Kirchentag in Hamburg, da war’s das Doppelte. Aber das ist okay, es gibt viele positive Erlebnisse", berichtet sie. So konnte sie schon zweimal Menschen erfolgreich reanimieren. "Es ist ein tolles Gefühl, ein Lebensretter zu sein", sagt sie mit strahlenden Augen. Die haben bei ihr oft auch Kinder – selbst wenn sie bei einem Unfall verletzt wurden. "Ich habe immer Handschuhe und eine rote Clownsnase dabei – auch in meiner Handtasche. Damit bin ich immer für Einsätze mit Kindern gerüstet. Die Handschuhe dienen nicht nur der Hygiene. Wenn ich sie aufpuste und Figuren daraus bastele, hören die Kinder meist schnell auf zu weinen und lachen."
Solange ihr das Ehrenamt Spaß macht und sie ihre Einsatzzeiten frei gestalten kann, ist sie gern als Johanniterin unterwegs. "Ich freue mich, dass mich die Kollegen und mein Arbeitgeber so gut unterstützen und mir Einsätze ermöglichen", sagt Marx. Sie erhielt den mit 1.000 Euro dotierten internen Ehrenamtspreis der Haspa. Mit dem Geld konnten die Johanniter ihre Ausstattung mit Funkgeräten und Headsets verbessern. 

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