Pressemeldung

Lastenausgleich für Sparer: "Bildungssparen" mit staatlicher Förderung

Hamburg, 5. März 2015 – Der größte Profiteur der Niedrigzinsen ist der Staat. Bereits in den Jahren 2008 bis 2013 hat die Bundesregierung rund 120 Milliarden Euro durch die geringeren Zinsausgaben eingespart.

Den deutschen Sparern entgehen dagegen jährlich rund 60 - 70 Milliarden Euro an Zinseinnahmen. Für sie fordert die Hamburger Sparkasse seit längerem einen Lastenausgleich. Gemeinsam mit Prof. Dr. Karl-Werner Hansmann, Professor für Wirtschaftswissenschaften an der Universität Hamburg, hat die Haspa das Konzept des "Bildungssparens" entwickelt. Dieses sieht vor, die Sparer zu entlasten und gleichzeitig in Bildung zu investieren.

"Seit unserer Gründung 1827 liegt uns die Förderung des Sparsinns der Bevölkerung am Herzen. Deshalb ist es uns als größte deutsche Sparkasse ein Anliegen, für unsere 1,5 Millionen Kunden ebenso wie für die Sparer in ganz Deutschland einzutreten. Wir würden uns wünschen, dass die Bundesregierung zumindest einen Teil der aus dem Niedrigzinsniveau resultierenden Einsparsumme nutzt, um das Bildungsniveau in Deutschland zu erhöhen. Bildung ist eine Investition in die Zukunft unserer Kinder und unseres Landes", sagte Dr. Harald Vogelsang, Vorstandssprecher der Haspa. "Unser Vorschlag hierzu lautet deshalb: Bildungssparen."

"Deutschland gibt im Vergleich zu wichtigen Industrieländern nicht genug für die Bildung und Ausbildung seiner nachwachsenden Generation aus. Wir müssen an die Zukunft unserer Kinder denken und die Ausgaben für Bildung deutlich erhöhen", sagt Prof. Hansmann. "Die Umsetzung des Bildungssparens wäre hierfür ein wichtiger Baustein."

Das Bildungssparen soll Bürger ermutigen, für die Bildung ihrer Kinder zu sparen. Die Sparbemühungen sollen durch eine staatliche Prämie honoriert werden, die die extrem niedrigen Zinsen kompensiert. Das Konzept der Haspa sieht vor, dass Eltern mit einer staatlichen Förderung als zusätzlichem Anreiz ganz gezielt in die Ausbildung ihrer Kinder sparen. Gefördert wird die Sparleistung für eine Berufsausbildung oder ein Studium an Universitäten oder Fachhochschulen. Der Mindestsparbetrag beträgt monatlich 20 Euro beziehungsweise jährlich 240 Euro pro Vertrag. Diesen Betrag würde der Bund mit einer jährlichen Sparprämie von 20 Prozent, höchstens 240 Euro pro Kind, fördern. Die Sparprämie erhält – unabhängig vom Einkommen der Eltern – jedes Kind, für das Eltern einen Kindergeld-Anspruch haben. Die Auszahlung der angesparten Beträge einschließlich Zinsen und Prämien beginnt mit dem Start in die Berufsausbildung oder das Studium durch Vorlage entsprechender Bescheinigungen. Werden die Voraussetzungen nicht erfüllt, entfallen die staatlichen Prämien. Die Auszahlung könnte in Raten über drei oder fünf Jahre erfolgen.

Die jährlichen Prämienzahlungen des Bundes bzw. der Länder dürften sich auf rund 3 Milliarden Euro belaufen. "Die staatliche Förderung beträgt in der Summe nur einen Bruchteil der eingesparten Zinsaufwendungen. Hinzu kommt: Die Prämien beeinflussen das Bildungsniveau und damit auch die globale Wettbewerbsfähigkeit Deutschlands positiv. Das sollte uns die Einführung eines Bildungssparens wert sein", sagte Vogelsang.