Pressemeldung

Haspa Galerie im MKG präsentiert GEDOK-Künstlerinnen

Mit rund 50 Werken, darunter Gemälde, Grafiken und Objekte aus dem Bestand der Hamburger Sparkasse und der Sammlung des Museum für Kunst und Gewerbe Hamburg (MKG) feiert die Ausstellung das Jubiläum des Verbands.

Hamburg 14.10.2016 –  "Frauen dieser Art unterjochen und erniedrigen letzten Endes den Mann", schreibt der Kultur-Chronist Gustav Schiefler über Ida Dehmel (1870-1942), die vor 90 Jahren die "Gemeinschaft Deutscher und Österreichischer Künstlerinnenvereine aller Kunstgattungen" – kurz GEDOK – gründet. Mit rund 50 Werken, darunter Gemälde, Grafiken und Objekte aus dem Bestand der Hamburger Sparkasse und der Sammlung des Museum für Kunst und Gewerbe Hamburg ( MKG) feiert die Ausstellung das Jubiläum des Verbands, der noch heute seiner Aufgabe nachgeht, Künstlerinnen aller Sparten zu fördern und zu unterstützen. Den damals überwiegend von Männern dominierten Vereinen stellt sie damit einen Verband entgegen, der speziell der Vernetzung von Künstlerinnen und Kunstfreundinnen dient. Es ist nicht zuletzt dem "Eigensinn" der Gründerin und der Mitglieder zu verdanken, dass sich die GEDOK in den 1920er Jahren zu einer bedeutenden, überregionalen Plattform entwickelt. Die Ausstellung im MKG zeigt die beachtliche Vielfalt an Kunstgattungen, Stilen und Motiven der emanzipierten Künstlerinnen, die dem Verband von Beginn an angehören. Persönlichkeiten wie Anita Rée (1885-1933), Alma del Banco (1862-1943), Alexandra Povòrina (1885–1963), Elena Luksch-Makowsky (1878-1967) oder Gretchen Wohlwill (1878–1962) aus dem elitären Kreis der Hamburgischen Sezession hatten einen oft mühsamen Weg gefunden, den Konventionen zu trotzen und sich als erfolgreiche Künstlerinnen zu behaupten.

Vielfältige Stile

Alma del Banco vollzieht eine Entwicklung von der impressionistischen Freilichtmalerei über eine von Cézanne inspirierte, expressionistische Formensprache hin zu Ansätzen des sogenannten "Hamburger Sezessionsstils". Alexandra Povòrina wendet sich dagegen als eine der wenigen in der Künstlervereinigung der abstrakten Malerei und später auch der Papier-Collage zu. Anita Rée erschafft nicht nur Porträts im Stil der Neuen Sachlichkeit, sondern experimentiert auch mit betont stereometrischen Landschaften und Bildnissen, auf denen hier der Fokus liegt. Gretchen Wohlwill übersetzt als Matisse-Schülerin Hamburger Motive in einer flächigen Formensprache und Elena Luksch-Makowsky thematisiert schließlich die Stellung der Frau in der Gesellschaft und in der Kunstwelt.

90 Jahre GEDOK

Mit ihren bundesweit über 2800 Mitgliedern setzt die gemeinnützige Organisation öffentliche Mittel zur Förderung der Kunst ein. Die Hamburger Gruppe hat ihren Sitz im "Kunstforum der GEDOK" im Stadtteil St. Georg. Alle drei Jahre wird der Ida Dehmel-Literaturpreis und der GEDOK-Literaturförderpreis verliehen. Ebenso werden der Wettbewerb GEDOK-Prämienstiftung für Musikerinnen und der Komponistinnen-Wettbewerb der GEDOK ausgeschrieben.

Eine Ausstellung mit Werken aus dem MKG und aus der Sammlung Hamburger Sparkasse. Rund 350 Exponate dieser Sammlung, vor allem von Künstlern der Hamburgischen Sezession, befinden sich seit 2002 als Dauerleihgabe im MKG.

Eröffnung: 20. Oktober 2016, 19 Uhr | 21. Oktober 2016 bis 1. Oktober 2017

Sammlung Hamburger Sparkasse

Das Kunstengagement der Haspa:

Seit vielen Jahren sammelt die Haspa Kunstwerke mit Hamburg-Bezug. Die Haspa Kunstsammlung umfasst mittlerweile rund 900 Werke. Vorrangig befinden sich in der Sammlung Bilder von Malern des Hamburgischen Künstlerclubs, der Hamburger Sezession und verschiedener moderner Strömungen in Hamburg. Der Öffentlichkeit werden die Kunstwerke in hauseigenen Ausstellungen präsentiert oder sie befinden sich als Dauerleihgaben in der Hamburger Kunsthalle oder im Museum für Kunst und Gewerbe. Über die eigene Sammlung hinaus engagiert sich die Haspa seit Jahren als Förderer der Hamburger Museen oder auch der Hamburger Kunsthalle.

Bild oben:
Gretchen Wohlwill, Die Kartenspieler, 1930-1935, Sammlung Hamburger Sparkasse, Foto: Margot Schmidt, Hamburg, © bei den Nachlässen bzw. den Erben und Erbengemeinschaften oder Rechtsnachfolgern