Pressemeldung

Die aktuelle Herbstprognose.

Aktuelle Herbstprognose der Hamburger Sparkasse: Zunehmender Optimismus an den Märkten durch Notenbanken.

Hamburg, 25.10.2012 – Die Analysten der Hamburger Sparkasse attestieren im Rahmen ihrer aktuellen Herbstprognose einen wachsenden Optimismus der Marktteilnehmer für Aktien und messen dem Agieren der Notenbanken eine zentrale Bedeutung bei.

Notenbanken: EZB setzt auf OMT und Fortsetzung der expansiven Geldpolitik
Das Programm namens OMT ("Outright Monetary Transaction") sieht vor, unter bestimmten Voraussetzungen, in unbegrenzter Höhe Anleihen mit Restlaufzeiten bis zu drei Jahren zu erwerben. Wenn das betreffende Land zuvor einen Hilfsantrag gestellt hat und gleichzeitig die Rettungsschirme aktiviert werden. Mögliche Käufe sollen wie bisher umgehend "sterilisiert" werden, d. h. die dem Markt zufließende Geldmenge wird dem Kreislauf an anderer Stelle entnommen. Dadurch bleibt das Geldangebot insgesamt konstant, sodass monetäre Inflationsimpulse nicht ausgelöst werden.  Neben dem OMT-Programm dürfte die EZB den Markt mit einer weiteren Reduzierung des Hauptrefinanzierungssatzes (aktuell 0,75 Prozent) stützen. Damit setzt sie ihre expansive Geldpolitik fort.

US-Notenbank: Preisniveaustabilität und Vollbeschäftigung im Fokus
Die Strategie der Fed sieht vor, über niedrige Zinsen und eine höhere Kreditvergabe die gesamtwirtschaftliche Nachfrage anzukurbeln. Vor diesem Hintergrund wird sie noch bis Ende 2012 kurzfristige Anleihen in langfristige Staatsanleihen tauschen ("Operation Twist"). Seit Oktober kauft sie pro Monat für 40 Milliarden US-Dollar hypothekenbesicherte Anleihen.

Staatschuldenkrise: erste spürbare strukturelle Fortschritte
In Spanien, Portugal, Italien, Griechenland und Frankreich wurden weitere Sparprogramme beschlossen, um mittelfristig zu ausgeglichenen Haushalten zurückzukehren. Spürbare strukturelle Fortschritte gibt es in Irland sowie in begrenztem Umfang auch in Portugal, Italien und Spanien. Die Wettbewerbsfähigkeit dieser Länder ist merklich angestiegen.

Im November könnte dann von der "Troika" (IWF, EU, EZB) ein "Gesamtpaket" für Spanien, Slowenien, Zypern und Griechenland geschnürt werden.

Fiskalische Repression (Finanzrepression): Negative Realverzinsung in Deutschland
Unter dem Begriff der fiskalischen Repression wird die von staatlicher Seite ausgelöste Herbeiführung negativer Realrenditen verstanden. Dies kann über höhere Inflationsraten und/oder sinkende Renditen geschehen. Gleichzeitig werden die Kapitalsammelstellen  (Banken, Pensionsfonds, Versicherungen etc.) verpflichtet, verstärkt heimische Staatsanleihen zu erwerben. Gewinner sind die Schuldner, insbesondere der Staat, der sich günstiger refinanzieren und seine Staatschuldenquote schneller reduzieren kann. Verlierer sind die Anleger, die einen realen Vermögensverlust erleiden, da ihre Renditen unterhalb der Inflationsrate liegen.

In Deutschland ist die fiskalische Repression bereits Realität, denn bei den öffentlichen Anleihen liegt die reale Rendite im negativen Bereich.

Konjunktur: Deutscher Motor im Winter im Leerlauf
In Deutschland scheint der Konjunkturmotor im laufenden vierten Quartal in den Leerlauf zu wechseln. Der ifo Geschäftsklimaindex hat sich in fünf aufeinander folgenden Monaten verschlechtert und der industrielle Einkaufsmanagerindex liegt weiter unterhalb der Wachstumsschwelle. Lediglich das Konsumklima hält sich auf einem erfreulich hohen Niveau. Im dritten Quartal dürfte das BIP gegenüber dem Vorquartal noch einmal gewachsen sein. Im Winterhalbjahr muss jedoch mit einer stagnierenden Wirtschaftsleistung gerechnet werden. Ein Abgleiten in eine tiefe Rezession ist aus Sicht der Haspa Experten wenig wahrscheinlich. Für das nächste Jahr rechnen die Haspa Analysten mit einer Wachstumsrate zwischen 0,5 Prozent und 1,0 Prozent.

Euro-Zone: der konjunkturelle Horizont bleibt stark eingetrübt
Die staatlichen Sparprogramme fordern ihren Tribut in Form einer rückläufigen gesamtwirtschaftlichen Nachfrage und dem Abgleiten in die Rezession. Im zweiten Quartal ist die Wirtschaftsleistung in Italien, Spanien, Belgien, Griechenland, Finnland, Portugal und Zypern geschrumpft. Das BIP der Euro-Zone sank um 0,2 Prozent gegenüber dem Vorquartal. Im nächsten Jahr rechnen die Haspa Analysten für den Währungsraum lediglich mit einer "schwarzen Null", da Frankreich voraussichtlich stagniert und mit Italien und Spanien zwei der vier großen Euro-Länder in der Rezession verharren dürften.

Inflationsrisiken: vorerst überschaubar
Die Inflationsraten dürften in diesem und auch im nächsten Jahr in Deutschland bei etwa 2 Prozent und in der Euro-Zone bei knapp 2,5 Prozent liegen.

Unternehmensgewinne steigen, Bewertung der Aktien sehr lukrativ
Die aktuellen Gewinnschätzungen für die 30 Werte des Deutschen Aktienindex (DAX) weisen für 2013 einen spürbaren Anstieg auf. Dieser sollte sich im nächsten Jahr in den Kursen widerspiegeln.

Anleihemarkt: Bundesanleihe seitwärts auf niedrigem Niveau
Der inländische Rentenmarkt ist angesichts extrem niedriger Zinsen wenig attraktiv. Selbst die Rendite langfristiger Bundesanleihen liegt unterhalb der Inflationsrate. Neben Pfandbriefen, Unternehmensanleihen sowie inflationsgeschützten Anleihen empfehlen die Haspa Experten auch unter dem Aspekt der Diversifizierung Fremdwährungsanleihen in Form eines Währungsfonds.  Hier liegt das Augenmerk auf Ländern mit stabilen fundamentalen Rahmendaten wie Kanada, Norwegen, Australien, Neuseeland, Singapur oder Hongkong.

Alternative Investments: Derzeit bestehend aus Aktienanleihen, Discountzertifikaten und Gold, sollten weiterhin fester Bestandteil des Depots bleiben.

Mehr Informationen unter: www.privatebanking.haspa.de