Pressemeldung

Buchbinderin und Metallbildner gewinnen Hamburger Handwerkspreis 2015

Hamburg, 30. September 2015 – Die Gewinner des Hamburger Handwerkspreises 2015 stehen fest.

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In der Kategorie "Handwerker des Jahres" setzte sich Buchbindemeisterin Anett Arnold aus St. Georg durch. Der Preis "Handwerksbetrieb des Jahres" ging an die Hamburger Metallbildner aus Lurup.
Die von der Hamburger Sparkasse und der Handwerkskammer Hamburg vergebenen Preise ehren herausragende Leistungen im Handwerk. Sie werden von zufriedenen Kunden vorgeschlagen und entschieden. Eine Jury prüft begleitend die handwerkliche und betriebliche Qualität. "Der Hamburger Handwerkspreis ist nicht nur eine Auszeichnung für Leistung und Kreativität, sondern auch Anreiz für den Handwerksnachwuchs", so Haspa Vorstandssprecher Dr. Harald Vogelsang. "In diesem Jahr haben wir zwei würdige Gewinner, die zeigen, wie man Handwerksbetriebe übernimmt und erfolgreich weiterführt. Diese Kombination von handwerklichem Können und unternehmerischem Mut ist weiterhin ein goldener Boden."
Josef Katzer, Präsident der Handwerkskammer Hamburg: "Leidenschaft ist das beste Werkzeug. Alle Finalisten beim Handwerkspreis 2015 widmen sich mit Herzblut ihren Berufen und begeistern ihre Kunden mit Bestleistungen. Die Gewinner zeigen in ganz besonderer Weise, was für hohe Maßstäbe sie an Qualität, Leistung und Service legen. Wer es ihnen nachtun möchte, dem sei gesagt: In den nächsten Jahren stehen noch mehrere tausend Handwerksunternehmen zur Nachfolge an."
Buchbindemeisterin Anett Arnold (50) hat sich als Quereinsteigerin binnen weniger Jahre einen überregionalen Ruf erarbeitet. Die Landschaftsarchitektin lernte das Buchbindehandwerk vor 10 Jahren in einer Hamburger Werkstatt und übernahm 2013 einen Betrieb an der Alstertwiete. Mittlerweile hat sie sich als eine der ersten Adressen für Buchbindearbeiten in Hamburg etabliert. Die gebürtige Schwerinerin deckt mit ihrem Können das gesamte Spektrum ihres Handwerks ab. Neben individuellen Buchbindearbeiten restauriert sie historische Dokumente, Karten und Bücher und entwirft künstlerische Papierobjekte. Sie veranstaltet regelmäßige Workshops, in denen sie ihr Wissen an interessierte Kunden weitergibt. Das hohe handwerkliche Niveau sichert sie durch eine intensive Beschäftigung mit Werkzeugen und Materialien sowie durch eine enge Zusammenarbeit mit Handwerkern anderer Gewerke. "Die Auftragsbücher von Anett Arnold sind gut gefüllt. Das hindert sie aber nicht daran, sich jeder Aufgabe mit Hingabe und Leidenschaft zu widmen", unterstrich Haspa Vorstandssprecher Dr. Harald Vogelsang in seiner Laudatio. "Frau Arnold hat in St. Georg ein Refugium geschaffen, in dem die Uhren langsamer laufen und der Blick auf das Wesentliche frei wird."
Die Hamburger Metallbildner setzten sich im finalen Voting als Handwerksbetrieb des Jahres durch. Das 10-köpfige Team fertigt hochwertige Metallobjekte jeder Art – vom Unikat bis zur Kleinserie und stets mit gestalterischem bzw. denkmalpflegerischem Anspruch. Auftraggeber im In- und Ausland sind Privatpersonen aber auch große Industriebetriebe wie Airbus und Blohm & Voss. Neben der Konzeption und Formgebung wird ein breites Repertoire an Oberflächenveredelungen angeboten. Die 4 Geschäftsführer waren alle langjährige Angestellte eines Traditionsbetriebes, den sie nach Schließung neu gründeten. Damit sicherten sie nicht nur die Arbeitsplätze, sondern auch die Bewahrung des Erfahrungsschatzes und die Kontinuität in Hamburger Produktionsketten. "Bei den Hamburger Metallbildnern entstehen täglich kleine Kunstwerke. Sie zeigen, welch große Lücken die industrielle, vollautomatische Fertigung weiterhin hat", so Haspa Firmenkundenvorstand Frank Brockmann in seiner Laudatio. "Die handgemachten Geländer und Verschläge im Flugzeug oder der Luxusyacht sind Faktoren, die auf dem Weltmarkt einen Unterschied machen."
Der Hamburger Handwerkspreis wird in diesem Jahr zum 3. Mal vergeben. Im Frühjahr hatten die Haspa und die Handwerkskammer Hamburg öffentlich dazu aufgerufen, Vorschläge einzureichen. Gesucht wurden außergewöhnliche, überraschende Leistungen jenseits des Alltäglichen. Eine Jury besuchte im Anschluss die aussichtsreichsten Kandidaten an ihrem Arbeitsplatz und wählte die Finalisten aus. Die Sieger wurden dann im Rahmen eines Online-Votings ermittelt.