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Deutschlands Außenhandel hängt an der Stabilität des Euro.

Hamburg, 17. April 2013 – Die Stabilität des Euro wird die künftige Entwicklung des deutschen Außenhandels stark beeinflussen. Sie erweist sich damit auch für den Handelsplatz Hamburg als zentrale Größe.

Für die deutsche Außenwirtschaft überwiegen die positiven Effekte des Euro deutlich. Auch die Weltwirtschaft würde von einem stabilen Euro profitieren. Dies ist das Ergebnis der aktuellen Studie „Zwischen Dollar und Renminbi – Die Zukunft des Euro im globalen Wirtschaftssystem“, die das Hamburgische WeltWirtschaftsInstitut (HWWI) im Auftrag der Hamburger Sparkasse (Haspa) erstellt hat. „Trotz der aktuellen Turbulenzen bleibt eine konsequente Eurostabilisierung für die deutsche Wirtschaft ohne echte Alternative“, resümiert HWWI-Direktor Prof. Dr. Thomas Straubhaar. „Auch ohne die aktuellen Turbulenzen befindet sich die globale Währungsarchitektur in Bewegung. Für langfristige unternehmerische Entscheidungen unserer Firmenkunden sind diese Entwicklungen nicht unerheblich. Sie bilden die Rahmenbedingungen für die grenzüberschreitenden Handelsgeschäfte der nächsten Jahre“, unterstreicht Andreas Mansfeld, Bereichsleiter Unternehmenskunden der Hamburger Sparkasse. „Im kurzfristigen Bereich sollte eine einfache Regel gelten: Safety first – Fokus auf das Kerngeschäft, Kurse absichern, unnötige Währungsspekulationen vermeiden. Langfristig sollte man die Dynamik der Währungsgrenzen in den strategischen Planung berücksichtigen.“

Glaubwürdigkeit und Vertrauen für mehr Stabilität
Die gravierenden Verwerfungen an den Finanz- und Devisenmärkten führen aktuell zu großen Verunsicherungen und zu hoher Volatilität. Es drohen Abwertungswettläufe und Wechselkursmanipulationen, die das Wachstum und die konjunkturelle Erholung der Weltwirtschaft ernsthaft gefährden können. Eine nachhaltige Lösung der aktuellen währungspolitischen Fragen ist notwendig. „Wenn das Vertrauen in eine Währung erstmal zerstört ist, ist es fast unmöglich, es wieder herzustellen“, warnt Straubhaar. Eine glaubwürdige Stabilisierung des Euro und die Wiederherstellung des Vertrauens seien daher für die Realwirtschaft entscheidend. „Das aber kann nicht über Nacht, sondern nur längerfristig geschehen.“

Langfristig drei globale Währungen
In Zukunft wird es drei große Währungsräume und globale Währungen im Weltwährungssystem geben – den US Dollar, den chinesischen Renminbi und den Euro. Die große Unbekannte ist der Renminbi. Es ist heute unklar, wann der Renminbi zu einer voll konvertiblen Reservewährung aufsteigt und wie stark die damit verbundene Aufwertung sein wird. Eine allmähliche Aufwertung gegenüber dem US Dollar ist erforderlich, um das globale Ungleichgewicht zwischen den USA, die eine hohe Auslandsverschuldung aufweisen, und China, das über enorme Dollarreserven verfügt, verträglich abzubauen. Eine schnelle Korrektur könnte erhebliche weltwirtschaftliche Verwerfungen auslösen. Neben den großen Währungsräumen mit ihren kulturell und wirtschaftlich verwobenen Peripheriestaaten, werden sich weitere kleine Währungssysteme etablieren. „Alles spricht dafür, dass mit fortschreitender globaler Vernetzung die Zahl der Währungen insgesamt sinkt. Vor diesem Hintergrund ist es für Europa mittelfristig wichtig, den Euro als bedeutende Währung der Weltwirtschaft zu erhalten“, so Straubhaar. „Das heterogene Europa ist zwar – Stand heute – als nicht-optimaler Währungsraum zu betrachten. Die Vorteilhaftigkeit einer gemeinsamen Währung steht aber langfristig nicht zur Diskussion. Eine Renationalisierung würde Europa um Jahre zurückwerfen.“

Zwischen Dollar und Renminbi – Deutschlands Außenhandel hängt an der Stabilität des Euro
Die Stabilität des Euro wird die künftige Entwicklung des deutschen Außenhandels stark beeinflussen.

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